Was wurde nicht vor dem 276. Frankenderby diskutiert: Nachbarschaftshilfe, damit auch in der kommenden Saison zwei ausverkaufte Derbys stattfinden, oder die Westvorstadt in den Abgrund schicken? Also endschied sich die Mannschaft von Miro Klose für den Mittelweg. Der 1.FC Nürnberg spielt bei der SpVgg Greuther Fürth 1:1 und schenkt damit einen Punkt, mit dem die Kleeblätter wenig anfangen können. Aber auch ein Clubsieg hätte sie nicht vernichtet, so ehrlich muss man sein. Aber Trainer Klose ist unzufrieden, denn er vermisste “das Derbygesicht”. Ja, Miro, wir haben das alle vermisst und da stellt sich die Frage: Haben wir ein Mentalitätsproblem?

Das Spiel ging nach tollen Choreografien der Gästefans und einer “ja, schon ok”-Choreo der Heimfans voll los. Grün wirbelte und hatte schon in der 7. Minute eine Möglichkeit durch Higl, der Ball ging aber an den Außenposten.

Dann die 13. Minute und Will zieht ab, Reichert kann toll parieren, doch Futkeu staubt ins lange Eck ab. Der Linienrichter hebt die Fahne, aber der VAR gibt zurecht den Treffer. 1:0, das geht ja gut los.

Jetzt versuchte der Glubb mit Härte dagegenzuhalten und dem Kleeblatt so den Schwung zu nehmen. Was im Nachhinein gelang, aber halt die Zuschauer aufbrachte und die Stimmung aufheizte.

In der 24. kann Futkeu von zwei Nürnbergern am Torschuss gehindert werden, ehe in der 28. Minute Torhüter Reichert wieder einen Schuss von Higl parieren konnte und auch den Nachschuss von Futkeu hielt! Riesenaktion vom Clubtorhüter!

Wallenstein brannte Euch einst nieder

Als das Spiel etwas dahinplätscherte und die SpVgg den Vorsprung mit in die Pause nehmen wollte, legt Grimaldi eine Flanke auf links in den Strafraum vor, Lochoshvilli aus der Drehung auf lange Eck, Keeper Prüfrock kann parieren, aber Gruber steht goldrichtig und staubt zum 1:1 ab! TOOOR! JAA! Derbytore sind die schönsten Tore! 

Nach der Pause der Glubb wie ausgewechselt, obwohl Grimaldi noch bis zur 58. Minute weitermachen durfte, ehe Scobel ins Spiel kam.

Becker mit einem Lupfer der etwas zu weit aufs “Tordach” ging, perfekt geschickt von Justvan. Wenig später letzterer selbst mit einem Schuss, der nur knapp rechts vorbei ging, nachdem Grimaldi durchließ.

Bester Balkon mit Stadion-Blick

In der 67. Minute fliegt ein Eckball bis an den langen Pfosten, wo Justvan volley abziehen kann, leider in die Wolken. In der 71. schickt Scobel Justvan, der quer auf Lubach passt, doch sein Schuss ist viel zu zaghaft.

Erst in der 77. kommen die Fürther wieder gefährlich nach vorne, doch Reichert kann den Fernschuß parieren und die “vielbeinige Abwehr” den Nachschusschance verhindern. 

In der 84. und der 85. prüfen Justvan und Becker den grünen Schlussmann, ehe das Frankenderby langsam ausklingt und keiner mehr die Niederlage riskieren will. Schlusspfiff.

Fazit:

Schade, dass man die erste Hälfte verstreichen ließ und in der zweiten die Überlegenheit nicht in Tore verwandelt hat. Man hätte die Saison vorzeitig krönen können, denn bei dem Restprogramm  könnte es sein, dass der Platz 9 nicht zu halten ist. Ein Wort mal zum von mir immer wieder kritisieren Grimaldi: Es ist auch etwas ungerecht, dass er eine Position spielen muss, in der er in Laufduelle gehen muss. Seine Qualität liegt im Strafraum bei hohen Bällen und so hat er das Tor vorbereitet. Trotzdem hätte ich lieber einen agileren Akteur auf dem Feld gesehen.

Hat also diese Truppe ein Mentalitätsproblem? Wenn ich bei einem Derby und bei dem Spektakel nicht weiß, was die Uhr geschlagen hat, sondern erst vom Trainer in der Pause rund gemacht werden muss, dass ich kämpfe – dann stimmt doch was nicht. Dass Zoma ausfallen würde, wusste man ja auch nicht erst zum Spielbeginn! Wobei ich bei diesem Problem eher die Innenverteidigung und den Torwart ausnehmen möchte, denn die sind immer heiß.

Statistik: Tore 1:1, Torschüsse 13:20, Ballbesitz 42:58%, Zweikampfquote 45:55%, Ecken 4:5, xGoals 1,58:1,48. So ziemlich jede Statistik gewonnen und trotzdem nur unentschieden. Man hätte die Fans beschenken können, die Möglichkeit war da.

RelVoSprung -16/+8

Der FC Schalke ist nun endgültig aufgestiegen – der 1:0-Heimsieg gegen Düsseldorf machte das klar – und wird auch die Zweitligameisterschaft holen, da der bisherige Tabellenzweite Paderborn in Elversberg (der neue 2.) mit 5:1 unter die Räder kam. Hannover lauert trotz eines 3:3 gegen den Tabellenletzten Münster auf Platz 3. Punktgleich mit Paderborn auf 4.

Am anderen Ende bleibt Münster Letzter und die Westvorstadt Vorletzter. Düsseldorf nun auf dem Relegationsplatz, aber punktgleich mit Braunschweig (2:0-Niederlage in Kiel) auf 15. Spannend, dass Fürth und Düsseldorf beide in der nächsten Woche schwere Spiele haben und sich dann am letzten Spieltag zum “Abstiegsendspiel” im Ronhof treffen. 

Fans:

Das war mal wieder grandios! Endlich mal wieder wurde Pyrotechik kreativ eingesetzt. Thematisiert wurde wohl die “Schlacht an der Alten Veste“: “Am 23. September 1632 notierte der Pfarrer von Vach: ‘An diesem Tag hat der Feind Poppenreuth, Fürth und sein Lager um die Alten Vesten in Brand gesteckt …’, am 26. September stellte er in Fürth fest ‘… wie beede Brucken doselsbt gantz obgebrannd und ins Wasser gefallen sein …’. Damit gab es keine Brücken mehr, nur noch die für Fürth namensgebende Furt.” zitiert Wikipedia. 

Darum zeigte die Choreo mehrere alte Bauernhäuser und die Bengalos stellten das Feuer in diesen dar. Dazu der Banner “Wallenstein brannte Euch einst nieder”. Sehr kreativ.

Gefolgt wurde das dann von zwei Bildern, einmal flüchtende Fürther und einmal eine jagende rot-schwarze Meute. Später wurden dann an einer Leine von den Fürthern die “gezogenen Gegenstände” wie Shirts und Fahnen der Szene aufgereiht und wanderten so von grün-weiß zu rot-schwarz. Ebenfalls sehr kreativ. Und natürlich gehe ich davon aus, dass das die Szene-Fans unter sich ausmachen und nicht 14jährige abgezogen werden. Bei unbeteiligten Personen ist das ein absolutes No-Go!

Es ist absolute faszinierend, welchen Aufwand die Nürnberger Fans hier betreiben, um das Frankenderby zu zelebrieren. Eigentlich würde uns ja schon was fehlen in der nächsten Saison.

Nun kommt am nächsten Samstag der FC Schalke zu uns in Max-Morlock-Stadion. Hoffen wir, da sich die Knappen nach dem feststehenden Aufstieg gegen Düsseldorf benehmen konnten und den Platz eben nicht stürmten, dass uns das in Nürnberg erspart bleibt. Denn das Geld für den ramponierten Rasen können wir anderweitig besser gebrauchen. Vielleicht muss der Glubb das Spiel auch einfach nur gewinnen, damit die feierfreudigen Schalker in ihren Blöcken bleiben.

Alles für rot-schwarz

 


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