Bomber Manolo on Dezember 10th, 2019

Die Aufgabe war ohnehin schon schwierig: Nach dem desaströsen 0:2 gegen Wehen Wiesbaden am vergangenen Wochenende musste der 1.FC Nürnberg beim Aufstiegsfavoriten VfB Stuttgart ran. Zwar hatten die Schwaben auch ihre Probleme, aber da der Glubb ja bekanntermaßen ein “Aufbaugegner” ist, war der Ausgang des Spiels relativ eindeutig. Der Verlauf des Spiels nicht so, denn Nürnberg hatte eine ziemlich starke Anfangsphase, was aber im Endeffekt zu einem anderen Schluß führt, wie das Spiel dann doch noch verloren wurde.

Denn der FCN startete stark verbessert, in der Abwehr konsequent und hatte mit der ersten Torchance auch gleich Erfolg: Geis beförderte eine abgewehrte Flanke wieder in den Strafraum, wo Frey den Ball mit der Brust annahm und sehenswert per Dropkick in die Maschen zimmerte. Der Glubb führte 1:0! Unfassbar!

Erst nach 30 Minuten kamen die Stuttgarter langsam in Fahrt und trafen das Tor! Zum Glück für Nürnberg legte 2x der VAR Einspruch ein, sodass die Franken mit einer 1:0-Führung in die Halbzeitpause gingen.

In der zweiten Hälfte dann aber ein Doppelschlag: Erst erkannte der Videoschiedsrichter bei Schleusener ein Handspiel, der daraus resultierende Elfmeter wurde zum 1:1 versenkt. Nur 78 Sekunden später war es Gomez, der auf 2:1 stellte. Tja, Gomez hatte eine absolute Krise… gegen den FCN klappts halt.

Nun war die Gegenwehr des Glubbs gebrochen, wobei man noch eine 100%ige hatte: Lohkemper scheiterte aber alleine vor Bredlow. Als Förster nach einem Doppelpass mit Gomez völlig frei vor Dornebusch zum 3:1 einschob, war dann die kleine Hoffnung dort was zu holen endgültig begraben.

Fazit:

Nun hab zumindest ich nicht damit gerechnet, dass wir bei den Stuttgartern was holen. Für mich ist das Problem einfach nach wie vor die 0:2-Niederlage gegen Wehen-Wiesbaden, denn in Stuttgart kann man verlieren.

Eher aber muss man sich Gedanken machen, warum die Leistung des FCN immer wieder während des Spiels völlig einbricht. Langsam scheint das Problem (auch) in der Kondition zu liegen. Vielleicht hat sich Canadi zu sehr auf das neue Spielsystem konzentriert und dabei die Kondition vergessen. Das würde zumindest erklären, warum wir immer wieder in der Endphase eines Spiels Gegentore fressen müssen. Hieße im Umkehrschluß, dass das erst in der Winterpause behoben werden könnte. Wir müssten uns also wieder auf die Rückrunde verlassen… was schon oft schief gegangen ist. 🙂

Statistik: Tore 3:1, Torschüsse 13:8, Ballbesitz 74%:26%, Zweikampfquote 52%:48%, Laufleistung 124:123km, Ecken 7:3. Die Statistik ist bis auf dem Ballbesitz gar nicht so schlecht, doch der ist entscheidend. Heißt also dass Nürnberg meist hinterhergelaufen ist.

RelVoSprung -14/0

Ich will es nur konsequent weiterbetreiben, wobei man sicherlich auch 0 Punkte nennen könnte, denn die Relegation in die 1. Liga ist um Meilen weiter weg als die Relegation in die 3. Liga. Wir betrachten also nach wie vor den HSV, der sein Heimspiel gegen Heidenheim überraschend mit 0:1 verlor und Arminia Bielefeld, die sich mit einem 2:2 gegen Karlsruhe wieder an die Tabellenspitze setzten. Auf der anderen Seite haben Wiesbaden und Dresden zumindest einen Punkt geholt, St. Pauli hat ebenso wie wir verloren und steht einen Platz vor uns. Es bleibt also spannend, damit wir nicht als Tabellenletzter überwintern.

Fans:

Über 2.000 Glubberer fahren Montag-Abend ins Schwabenland um ihren Verein zu unterstützen. Leider wurde der Support wieder frühzeitig eingestellt, was ich schon beim letzten Heimspiel bemängelt habe (hier). Ich hoffe dass wir am kommenden Sonntag gegen Kiel dann doch wieder 90 Minuten hinter der Truppe stehen um vielleicht doch mal den Bock umzustossen! Ich werde da sein und ich werde schreien. 🙂

Alles für rot-schwarz


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags:

Langsam fehlen einem die Worte! Gleich mal vorne weg: Ich finde die Idee ein Christkindlesmarkt-Trikot zur Eröffnung des berühmten Nürnberger Weihnachtsmarktes zu machen überragend! Das Teil mit den 9 (Meisterschafts-) Sternchen ist echt gut, das Nürnberger Stadtwappen auch mega. Aber leider bringt das alles nix, wenn die Männer die da drinstecken wie so Christkinder spielen? Der 1. FC Nürnberg versemmelt (schon wieder) ein Heimspiel! Diesmal war man Aufbaugegner für den Tabellenletzten und muss langsam erkennen: Die Truppe kanns nicht besser!? Also ist das “Sorry” in der Überschrift auch ein kleines Sorry an Herrn Canadi. Spätestens jetzt muss sich jeder da heute im Stadion mal hinterfragen.

Der Glubb hätte heute schon nach 1 Minute hinten liegen können – nach 3 Minuten war er es dann. Mockenhaupt ergrätscht sich einen Ball, spielt traumhaft auf Schäffler, der mit einem Lupfer über FCN-Keeper Dornebusch ins Tor trifft. 0:1! DER Schock!

Der FCN brachte danach kein Bein auf den Boden. Kaum Aktionen, gefühlt jeder zweite Ball wurde verloren und wir brauchten bis zur 38. Minute ehe der Glubb eine Torchance hatte! Da hatten sich die Ultras grad auf einen Stimmungsoffensive verständigt und es war gut was los im Stadion. Einzig das Ding ging nicht rein. Kerk vergab allein vor Keeper Lindner.

Also die Hoffnung dass wie in Fürth die zweite Hälfte besser wird… gut, recht viel schlechter gehts kaum und in der Tat Nürnberg tat was, wenn auch nix zwingendes. Dann aber die 48. Minute: Mrowca spielte nach rechts auf Kyereh, Dornebusch rumpelt aus seinem Tor, erkennt dass das Blödsinn ist und will zurück, da fliegt aber schon der schöne Heber des Wiesbadeners zum 0:2 ins Netz. Wir haben einfach kein Glück mehr mit unseren Torhütern…. und die Ultras stellten abermals den Support ein.

Dann rannte der Glubb…. also er versuchte anzurennen… und hatte ab und an Chancen, die heute aber nicht reingehen wollten, so wie bei der Doppelchance von Frey und Lohkemper. Zwischendurch hatte Mühl noch einen Elfmeter verursacht, den aber der VAR zurücknahm, weils vorher ein Handspiel gab. Aus, zuhause gegen den Tabellenletzten verloren.

Fazit:

Mal wieder vergeigt es die Truppe. Es wird einem Himmelangst, denn jetzt stehen wir auf dem Relegationsplatz in die Dritte Liga! Die Spieler stehen völlig neben sich, haben Angst. Bezeichnend für mich eine Szene in der 1 Hälfte als Dornebusch eine Flanke fängt und Kerk anschaut, der fordert den Ball aber nicht um zu kontern, sondern dreht sich um und joggt nach vorne. Da stimmts auch in der Truppe nicht. Mir fehlen die Worte

Statistik: Tore 0:2, Torschüsse 24:5, Ballbesitz 66%:34%, Zweikampfquote 50%:50%, Laufleistung 117:119km, Ecken 5:2. Die Statistik kann halt auch lügen, denn das Spiel vom FCN war nicht so wie es hier steht. Der Glubb war heute ganz schwach und die Torschüsse waren wohl Bälle, die zufällig in Richtung Tor flogen. Interessanter heute für mich angekommene Pässe in der ersten Hälfte oder Ballverluste pro Spieler. Also warten wir auf die Analyse vom Flo Zenger, die ich hier verlinke! 🙂

Fans:

Heute gab es für die Mannschaft nach dem Spiel wieder einen Rapport, so wie schon in Bochum. Für mich etwas befremdlich, denn ich bin mir sicher dass nicht alle Spieler verstehen können, was der da am Zaun spricht. Und sicherlich werden sich ein paar auch fragen, wer der mit dem Megaphon überhaupt ist, dass er da das Wort zu ergreifen hat. Für mich ist das eine Demutsgeste der Mannschaft gegenüber den Fans im Allgemeinen, wobei viele da schon nicht mehr im Stadion waren. Ob das immer so sein muss, dass der Cappo da was sagen muss, wage ich zu bezweifeln.

Noch dazu, dass die Ultras heute ihre eigenen Werte verkauft haben. Denn stehen nicht gerade sie selbst für “bedingungslosen Support” und rümpfen die Nase über uns Alt-Fans, die sich bei Rückständen gerne in Fatalismus und Hohn flüchten, statt die eigene Truppe nach vorne zu peitschen? Müssten nicht gerade die Ultras nach dem Boykott gegen Bielefeld der “neuen Truppe” unter dem “neuen Trainer” eine neue Chance geben und sie antreiben? Ich denke das war heute bei denen der gleiche Schock wie bei uns Normalos auch, als man erkannt hat, dass es nicht mal gegen den Letzten reicht. Aber es hilft nix, wir werden weiter zusammen kämpfen müssen. Und ich bin mir sicher, das nächste Mal wieder mit Vollgas 90 Minuten – dann kommen auch wieder bessere Zeiten!

Alles für rot-schwarz


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags:

Bomber Manolo on November 24th, 2019

Trainer Jens Keller feiert einen gelungenen Einstand. Der 1.FC Nürnberg zeigt sich verbessert und spielt vor allen Dingen mal wieder zu Null. Doch leider wird man in der Erinnerung an das 265. Frankenderby immer an die 90. Minute denken, als Medeiros völlig frei vor dem Fürther Tor den Derbysieg kläglich neben das Tor schob. Das wäre es gewesen, das wäre dieser Lucky Punch gewesen, den wir in der letzten Zeit leider nur bei den FCN-eSports zu sehen bekamen und der mit einem Schlag die Hinrunde hätte retten können. Nüchtern betrachtet aber ist es ein Schritt in die richtige Richtung, mehr nicht. Der Weg ist noch lang den der Glubb vor sich hat. Aber der erste Schritt ist gemacht.

In der ersten Hälfte schnürte das Kleeblatt den Glubb zeitweise in der eigenen Hälfte ein und wirbelte immer wieder durch die Abwehrreihen. Fürth hatte einige dicke Möglichkeiten, die dickste als Torjäger Daniel Keita-Ruel ein Zuspiel am zweiten Pfosten nur knapp verpasste. Ansonsten aber die Hintermannschaft um den neuen Clubtorwart Felix Dornebusch aber relativ sicher.

Aber in der zweiten Hälfte war dann nur der Glubb am Drücker, Fürth kam selten nach vorne und wenn war Dornebusch mit einer Faustabwehr auf dem Posten. Nürnberg spielte gefällig nach vorne und kam zu Möglichkeiten. 10 Minuten vor dem Ende hatte Geis eine gute Freistoß-Gelegenheit, die der Fürther Torwart aber aus dem Eck fischte. Da hatten einige schon den Torjubel auf den Lippen, so wie in der 90. Minute als der eingewechselte Medeiros glänzend freigespielt alleine vor dem Fürther Tor vergab. Dann war Schluss. Das 265. Frankenderby endet 0:0.

Fazit:

Wäre Fürth in der ersten Hälfte etwas zwingender gewesen, hätte es leicht zu Gegentoren führen können und dann wäre mein Fazit wohl anders ausgefallen. So aber ist es für mich ein erster Schritt in die richtige Richtung. Gerade die zweite Halbzeit zeigte das. Positiv für mich auch dass Schleusener sein Pflichtspieldebüt für den FCN geben konnte.

Statistik: Tore 0:0, Torschüsse 12:15, Ballbesitz 59%:41%, Zweikampfquote 58%:42%, Laufleistung 109:108km, Ecken 9:8. Auch die Statistik zeigt dass der Glubb ein sauberes Auswärtsspiel gemacht hat.

RelVorSprung -11

Hier fallen wir immer weiter zurück. Hamburg hat seine Pflichtaufgabe gegen Dresden mit 2:1 gewonnen, Bielefeld kam gegen Sandhausen mit 1:1 ins Stolpern und der VfB Stuttgart gewann sein Derby gegen Karlsruhe eindrucksvoll mit 3:0. Aber klar, beim Glubb wurde immer vom “Aufstieg in 2 Jahren” gesprochen.

Fans:

Das war wie immer eindrucksvoll was beide Fanlager hier entworfen haben. Während die Fürther einen riesigen Strudel auf die Tribüne zauberten, der ein FCN-Schiff einsaugte und sie sich schließlich als Piraten darstellten, hatten die Nürnberger Ultras eine andere Message: “Wir sind für euch das Buch mit den sieben Siegeln” und zeigten ein Buch mit “Nürnberg ist euer Untergang”. Gleich danach wurde eine Blockfahne mit den Apokalyptische Reitern hochgezogen und die Zaunfahne “Versucht es zu öffnen und euere Apokalypse ist nah” präsentiert.

Später dann herrlich viele Frankenfahnen und eine rot-schwarze Zaunfahne mit dem Spruch “Denn seit Anbeginn war es gewiss, dass das fränkische Land unser ist” eingebunden zwischen dem Nürnberger Stadtwappen und dem Frankenrechen. Herrliche Idee! Herrliche Bilder! Respekt für diesen Aufwand!

Nun kommt in der nächsten Woche Tabellenschlusslicht Wehen Wiesbaden ins Max-Morlock-Stadion. Dann MUSS ein Sieg her!

Alles für rot-schwarz!


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags: ,

Bomber Manolo on November 14th, 2019

Jens Keller 2013-06-29Eigentlich hatten ja viele gehofft, dass der 1.FC Nürnberg nach einen überragenden Sieg über Bielefeld an Glubb-Legende Marek Mintal als Trainer festhalten würde – und dann käme eine “Trainer-Kritik-lose Zeit”. Ja, ich auch. Leider aber kam es anders, völlig anders, da unsere Jungs gegen Arminia Bielefeld mit 1:5 aber mal so richtig unter die Räder kamen. Und unseren Marek auf dieser Trainer-Position regelrecht zu “verbrennen”, das wollte man dann auch nicht, zumal Mintal ja noch seine Trainer-Ausbildung fertig machen muss. Also muss ein erfahrener Übungsleiter her!

Favorit Markus Anfang hat in den Verhandlungen plötzlich neue und hohe Forderungen gestellt, weshalb man hier lt. Sportvorstand Palikuca die Verhandlungen abbrach. Ob er wirklich aufgrund der Leistung gegen Bielefeld “11 neue Spieler gefordert”, kann hier weder bestätigt noch dementiert werden. 😉

Also wurde Ex-Schalker Jens Keller, mit dem man parallel verhandelt hatte, zum Favoriten und schließlich zum neuen Glubb-Trainer, den man am Mittwoch vorstellte. Er erhielt einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2021.

Herzlich Willkommen beim Ruhmreichen!

Keller war als Trainer beim VFB Stuttgart aktiv und erreichte mit den Schwaben die Europa League, wurde aber ein paar Monate später wegen Erfolgslosigkeit wieder entlassen. Seine zweite Station war zugleich seine erfolgreichste: Mit dem FC Schalke 04 erreichte er die Qualifikation zur Uefa Champions League, später sogar nach Achtelfinale sowie die erneute, direkte Qualifikation zur CL. In der neues Saison wurde er dann aber nach 2 Siegen aus 10 Spielen entlassen.

Ein Union Berlin wurde er als Trainer eines Tabellenvierten entlassen, ehe er in Ingolstadt als Feuerwehrmann nicht verhindern konnte, dass der ehemalige Bundesligist in die 3. Liga absteigt.

Ich finde…

…Jens Keller eine gute Wahl, wenn es auch nicht die “erste Wahl” war. Etwas Bauchschmerzen bereitet mir die Geschichte mit Ingolstadt, als er eine Truppe “die eigentlich besser ist als der miserable Tabellenstand” nicht retten konnte – denn das ist die Situation, die wir derzeit in Nürnberg vorfinden.

Ansosten galt Keller für mich immer als der verkannte Trainer, der auf Schalke nicht für seine Leistungen gewürdigt und schließlich in die Wüste gejagd wurde.

Also bleibt mir wie immer hier nur die Bitte: Gebt ihm Zeit! Auch wenn sein erstes Spiel verloren geht! Ich weiß, es ist das Frankenderby… und eine Niederlage dort kann viel kaputtmachen, aber die Fans brauchen dennoch Gedult. Wenn es natülich positiv für Nürnberg endet, hat Keller eh schon gewonnen und führt den neunmaligen Deutschen Meister aus dem Keller (ja, ich hab ihn gemacht).

Viel Erfolg beim FCN, Jens Keller!

Alles für rot-schwarz

Bild: DerHans04 [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags: ,

Was ist nur mit dem Glubb los? Dachte man das chaotische Ausscheiden aus dem DFB-Pokal in Kaiserslautern wäre der Tiefpunkt gewesen, so folgte ein paar Tage später das blutleere 1:3 in Bochum als endgültiger Tiefpunkt, der auch Trainer Damir Canadi den Posten kostete. “Endgültiger Tiefpunkt? Hold my beer” dachte sich da der 1.FC Nürnberg und lieferte einen völligen Offenbarungseid mit einer desolaten 1:5-Heimniederlage, die das Bochum-Spiel noch toppen sollte. Nun dürfte auch dem letzten klar sein: Es lag nicht nur am Trainer Canadi!

Der Glubb lieferte zu Beginn die besten 5 Minuten seit langem. Fast als die ersten Fans schon wieder voll versöhnt waren, rumpelte der erfahrene Sorg an der Mittellinie völlig kopflos und zu großem Risiko auf ein Kopfballduell zu, das er verlor und somit seine komplette Abwehrseite entblößte. Ein Bielefelder war durch, legte zurück und Clauss vollstreckte. Der 18jährige Willert ohne Chance.

Nun waren alle beim FCN geschockt, das nutzte die Arminia nur drei Minuten später zum 2:0: Schnell über die linke Abwehrseite kombiniert, in der Mitte Vogelsammer angespielt, der trocken einnetzte. Willert wieder ohne Chance. Weitere 2 Minuten später spielte Hartherz einen weiten Querpass zu Klos, Willert wusste nicht ob rausgehen oder mitlaufen und Klos schob zum 3:0 ein. Ja, damit was das Spiel dann mehr oder weniger vorbei. Willert parierte noch mal im 1-gegen-1 und vorne gabs einige Eckbälle für den Glubb. Doch “der nachfolgende Eckball brachte nichts ein” könnte bald auf T-Shirts gedruckt werden. 😉

Nach der Pause loderte die Flamme der Hoffnung…. genau 42 Sekunden lang. Denn in der 59. Minute brachte der 7. Eckball für Nürnberg endlich etwas ein: Sörensen in der Mitte mit dem Kopf. Jubel im Stadion….. noch während der Torhymne überbrückte die Arminia das Mittelfeld und Klose läuft alleine auf Willert zu – 1:4. Keine Chance für den 1,90-Meter-Torwart.

Nun der Glubb sämtlichem Willen zum Aufbäumen beraubt. Yabo konnte noch völlig frei zum 1:5 einköpfen, hier muss ich sagen, denn hätte Willert halten müssen. Aber wenigsten in der letzten viertel Stunde konnte Willert dann noch zeigen, was er kann, als er ein paar Mal rettete, cool im Duell auf den Ball stieg und schließlich mit “außer Willert, könnt Ihr alle gehen” gefeiert wurde – ehe völliger Hohn und Spott über die Mannschaft hereinbrach. Aus. Peinlich.

Fazit:

In der Mannschaft stimmt es überhaupt nicht mehr, Canadi war wohl nur bedingt der Grund – aber zumindest konnte es das auch nicht bekämpfen. Gerade der Mannschaftsgeist, der uns in den letzten Jahren ausgezeichnet hat, scheint komplett weg zu sein. Die meisten Spieler spielen nur für sich. Keine Unterstützung für den Kollegen. Ich könnte viele nennen, aber vor allem Hack fällt mir hier auf, der sich immer wieder festdribbelt, statt zusammen zu spielen. Ein neuer Trainer müsste hier quasi bei Null anfangen.

Was ich übrigens ziemlich mies fand, war dass nach dem Spiel die Kameraden nicht zum jungen “8-Gegentore-Willert” gegangen sind. Nur Marek Mintal und der Torwarttrainer waren bei ihm. Das lässt tief blicken.

Statistik: Tore 1:5, Torschüsse 14:9, Ballbesitz 50:50%, Zweikampfquote 43.:57%, Laufleistung 116:119km, Ecken 8:1.

RelVoSprung -9 Punkte

Auch wenn ich mir damit langsam blöd vorkomme, aber wir schauen immer noch nach oben – ja, obwohl ich weiß, dass das untere Ende näher ist. Hamburg kam über ein 1:1 nicht hinaus und der VFB Stuttgart verlor sogar. Nun ist Bielefeld neuer Tabellenführer und das zurecht, auch wenn wir heute echt schlecht gespielt haben.

Fans:

Schon vor dem Spiel hingen Plakate über die Nordkurve verteilt: “Gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen. Jeder kämpft. Jeder gibt alles. Keine Ausnahmen. Keine Ausreden.” Schöne Forderung, so hätte sich das jeder heute gewünscht. Doch auch die Ultras wurde heute von der unfassbaren Selbstaufgabe überrascht und stellten den Support ein. Nach dem eigenen Verständnis der Ultras, die für “bedingungslosen Support” stehen, eine Aufgabe der eigenen Werte.

Leider war darum der Hohn und der Spott der anderen Blöcke in der Nordkurve besser zu hören, die Ultras haben ihnen quasi ihre Bühne überlassen. Auch wenn das nach den Leistungen der letzten Wochen verständlich ist und dieser Fatalismus eine echt fränkische Eigenart ist, ist es sicherlich nicht sinnvoll jetzt noch auf die Truppe einzuprügeln. Aber wenn das heute wirklich der Tiefpunkt war, dann soll da für mich in Ordnung gehen.

Nun sollte rasch ein Trainer gefunden werden, damit dieser die Länderspielpause noch voll nutzen kann. Ich persönlich rechne (wünsche?) ja mit Markus Anfang, obwohl Achim Beierlorzer ja seit Samstag frei ist. Aber auch Jens Keller und Daniel Meyer sind wohl noch im Rennen. Es sollte auf jeden Fall ein erfahrener Trainer sein, der mit den gegebenen Mitteln (der vorhandenen Mannschaft) ordentlich arbeiten kann.

Vielleicht hatte dieser Auftritt heute ja sein Gutes, denn ein neuer Trainer kann völlig befreit agieren. Schlechter als jetzt geht es ja fast schon nicht mehr. Allerdings wäre die erste Aufgabe das undankbare Frankenderby in Fürth. Gut, sollte der neue Trainer das wider erwarten gewinnen, hätte er mit einem Schlag das gesamte Umfeld versöhnt. Na das würde sich doch lohnen! 🙂

Alles für rot-schwarz


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags:

Bomber Manolo on November 5th, 2019

Das ging dann doch recht schnell: Die gestrige, auch nach eigener Aussage von Canadi, desolate 1:3-Niederlage beim VFL Bochum war letztendlich zuviel: Der 1. FC Nürnberg hat Damir Canadi am Dienstag, 05.11.19, als Cheftrainer freigestellt (Quelle FCN.de). Laut Sportvorstand Robert Palikuca war es nach einem langen Gespräch eine Trennung im beiderseitigen Einvernehmen, denn auch der 49-jährige Österreicher ging wohl sehr hart mich sich selbst ins Gericht. Damit finden die Parallelen zu Trainer Valerien Ismael, der am 10. November 2014 nach ziemlich genau der gleichen Bilanz und nach einem Bundesliga-Abstieg entlassen wurde, ihren Höhepunkt.

Ich bin…

…kein Freund von diesen ewigen “Mechanismen des Geschäfts”, nach denen immer das “schwächste Glied” als erstes fliegt, denn schließlich stehen die Spieler auf dem Feld. Auch habe ich obligatorisch darum gebeten, Damir Canadi eine faire Chance zu geben, da er schon von Rapid Wien vorbelastet hier im Frankenland angekommen ist. Aber nach diesen berühmten 10 Spielen, in denen sich die Truppe nicht weiterentwickelt hat, kamen auch mir die Zweifel. Vor allem das Pokalaus in Lautern gepaart mit dieser Arbeitsverweigerung im Ruhrstadion waren für mich eindeutig.

Richtiger Zeitpunkt

Natürlich gibt es auch jetzt wieder Leute, die das “schon früher” erkannt haben und meinen es hätte vor 4 Wochen sein müssen. Klar, aber in Nürnberg zu erwarten dass der Trainer fliegt ist ziemlich einfach, denn meist hat man nach 1, 5 Jahren automatisch Recht. 😉 Für mich hat aber Palikuca zusammen mit dem Aufsichtsrat einen guten Zeitpunkt erwischt. Denn so kann ein neuer Trainer sich das Team gegen Bielefeld ansehen und die Länderspielpause voll nutzen, um hinterher möglichst in der Westvorstadt was zu reissen.

Zunächst übernimmt Marek Mintal wieder die Leitung, aber es wird natürlich nach einen erfahrenen Trainer gesucht. Namen kursieren wieder viele, von Daniel Bierofka, über Achim Beierlorzer bis hin zu Markus Weinzierl. Hoffen wir dass der nächste Trainer ein Händchen wie Hans Meyer hat und aus dieser Truppe einen Sieger formt!

Lesenswert auch: Nichts ist enttäuschender als das bewiesene Vorurteil – Zur Entlassung von Damir Canadi

Alles für rot-schwarz


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags: ,

Unfassbar was der 1. FC Nürnberg heute gezeigt hat: Völlig blutleer ließen sie den VFL Bochum marschieren und agieren – und liessen so den 18jährigen Debütanten Benedikt Willert im Nürnberger Tor völlig allein. Der war einmal Chancenlos, einmal mit Fehler und einmal im Pech. Es tut mit wirklich leid für den Jungen. Noch mehr aber schmerzt diese Niederlage: Bochum hat noch kein Heimspiel gewonnen, da kommt Aufbaugegner Nürnberg gerade recht. Trainer Canadi dagegen gehen immer mehr die Argumente aus, die ihm eine Jobgarantie verschaffen würde.

Der Glubb wollte mithalten, hatte auch Möglichkeiten. Doch die erste gelungene Aktion den Bochumer saß gleich. 1:0. Willert ohne Chance.

Gibts eine Antwort vom Glubb? Nein, denn wirklich zwingend war nix. Kurz vor der Pause ein Doppelschlag der Ruhrpottler: In der 40. lässt Willert einen Ball fallen (die Freistoßmauer geht auseinander) und Lorenz staubt ab – in der 45. dann der völlige Offenbarungseid: Wintzheimer aus 8 Metern Willert durch die Beine… was will er machen.

Nach der Pause der Glubb am Drücker, wenig zwingendes, aber plötzlich Sörensen nach einer tollen Flanke von Geis mit dem Anschlusstreffer! 1:3!

Gibt es jetzt das Wunder wie damals als Kristl und 2x Türr trafen? Fast! Denn das 2:3 von Lohkemper wurde nach Videobeweis zurückgenommen: Frey stand im Abseits, traf aber den Ball nicht. Ich kanns nicht verstehen. Schade, das wäre das Halali gewesen… so kann der VFL den Sieg nachhause zittern.

Fazit:

Die erste Halbzeit war eine echte Frechheit. Ein Spieler wie Petrak versauert auf der Bank oder sogar Tribüne, während im Mittelfeld jede Woche dieselben Leute stümpern dürfen. Aber das ist nur EIN Beispiel.

Zudem fing der FCN bisher 22 Gegentore aus 12 Spielen, das ist Vereinsnegativrekord!

Nach dem Spiel stand Palikuca sehr lange mit Kapitän Hanno Behrens auf dem Spielfeld und führten ein abgespanntes Gespräch. Als die Kameras näher kamen, drehten sich beide weg. Später entschied Palikuca KEIN Interview zu geben… es scheint also richtig eng zu werden für Canadi…

RelVoSprung -9

Nur der Vollständigkeit halber: Der HSV fängt durch Nürnberg-Leihgabe Knöll in der Nachspielzeit das 1:1, Stuttgart gewinnt 3:1 gegen Dresden und Bielefeld setzt sich an der Spitze fest: Der Sieg gegen Kiel festigt Platz 2!

Wichtiger ist derzeit aber der Blick in die andere Richtung: Es sind nur noch 2 Punkte zur Abstiegsrelegation!!

Fans:

Wieder viele Fans auswärts dabei, wieder unterstützt von vielen Schalkern, wieder ein Drecksspiel. Nach dem Spiel gabs einen Rapport für die Spieler von den Fans bzw. von einem Ultra mit Megaphon. Die Fans haben so langsam die Schnauze voll.

Jetzt kommt die Überraschungsmanschaft Bielefeld nach Nürnberg und dann gehts zum Frankenderby nach Fürth! Die wiedermal denkbar schlechteste Zeit für eine Krise…

Alles für rot-schwarz


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags:

Was für ein Spektakel! Was gibt es hier nicht für Geschichten zu erzählen! Nur leider, so wie auch beim 4:3-Spektakel in Aue, hat der 1. FC Nürnberg auch diese legendäre Begegnung verloren. Es wäre etwas für den Jahresrückblick gewesen zum Zunge schnalzen: Elfmeter im Spiel, ein Schlitzohr-Tor kurz vor Schluss, ein Spieler muss als Torwart in die Kiste, was für ein Spiel – aber wir sind mal wieder aus dem Pokal geflogen. Schade, Jungs.

Der Glubb machte kein schlechtes Spiel, finde ich. Aber man muss halt seine Chancen irgendwann reinmachen! Die erste vergab Medeiros, dann ging Lautern in Führung: Valentini hatte gefoult und Thiele verwandelt: 1:0!

Doch Nürnberg kam zurück: Geis mit einen scharfen Freistoß und Jäger staubt ab! 1:1!

In der 2. Hälfte dann wieder Lautern im Glück: Handwerker foult, wieder Thiele, der sogar zurückgepfiffen wird, verwandelt ein drittes Mal. 2:1! Als alles schon mit einer Niederlage rechnete, der Auftritt von Michi Frey:

Torwart Grill legt sich den Ball hin und sieht nicht Frey von hinten kommen, der ihm den Ball abjagt und zum 2:2 einschiebt! Mega! Legendär, wie Carsten Jancker gegen die 60er in den 90er Jahren! Verlängerung!

Der FCN macht Druck! Chancen über Chancen, Dovedan, Handwerker, Hack, alle treffen nicht. Zu allem Übel verletzte sich Torwart Klandt schwer (Achillessehnenriss, gute Besserung) und musste raus. Da das Wechselkontingent aufgebraucht war, musste Valentini ins Tor. Und dann gabs auch noch Elfmeterschießen…

Valentini gelang das Wunder leider nicht. Geis, Hack, Dovedan, Frey, Sörensen verwandeln, Handwerker scheitert. Scheissgasse. Aus.

Fazit:

Dieses Ausscheiden nur auf Verletzungspech zu schieben wäre zu einfach. Auf die Truppe einzuschlagen aber auch!

Das Problem ist dass der Glubb zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht! Sei es vor den Tor oder allgemein mit seinem überlegenen Personal.

Im Elfmeterschießen kann man ausscheiden, kommt in den besten Familien vor. Aber bei nem schlechten Drittligisten, bei dems zur Zeit überhaupt nicht läuft, muss man anders auftreten und das überlegen runterspielen.

Ich denke mal Canadi hat nicht mehr viel Zeit, das Ruder umzureissen.

Kopf hoch, Jungs!

Hoffen wir auf die Wende in Bochum am nächsten Montag! Wäre mal schön ein Spektakel zu gewinnen… aber für den Anfang reicht mir überhaupt mal wieder zu gewinnen.

Alles für rot-schwarz


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags: ,

Das gibts doch nicht! Doch, und wir sind es gewohnt! Wir setzen schon mal gern paar Euro auf Unentschieden, wenn der Glubb führt, das gibt “noch” schön Quote und es ist vor allem sicher. Nach dem 3:4-Desaster gegen Aue war heute Wiedergutmachung angesagt, aber unsere Jungs waren bemüht, was jeder der mal ein Zeugnis bekommen hat weiß, dass es Müll ist. Rumgekommen ist wieder mal ein Unentschieden, langsam “is hinten höher wie vorn”!

Der FCN… ach muss man aufs Spiel eingehen? In Halbzeit eins war der Glubb gut dabei! Ein Abseitstor und kurz vor der Pause das 1:0 von Hanno Behrens, mei Hanno, der insgesamt ein gutes Spiel machte.

In Halbzeit zwei, ich weiss nicht, hatten wir eine Torchance? Musste der Regensburger Keeper sich mal in den Dreck schmeissen? Egal, denn in der Nachspielzeit ein Schuss des aufgerückten Regensburger Torwarts und Lukse kann ihn über die Latte lenken. Der nachfolgende Eckball, wieder kommt Meyer an den Ball, verlängert und Schneider zum 1:1! In der 94. Minute! Nicht Euer Scheiss-Ernst! Ich bin bedient, wir sind alle bedient, Schnauze voll!

Fazit:

Das kanns net sein, selbst wenn wir “nur” ein Jahr verweilen wollen um im nächsten Jahr den Aufstieg anzugreifen, das kanns net sein. Wir sind Nürnberg und net ein Dorfverein! Wieder waren 34.000 Zuschauer draussen und dann so ein Müll. Also nix dagegen, dass so ein Ding in der Nachspielzeit mal passiert, aber net gefühlt jedes Spiel.

Tja, und das war der 11. Spieltag und ich muss sagen, lieber Herr Canadi, des is fei nix. Eine wirkliche Entwicklung kann ich nicht sehen, wir sind die Schießbude der Liga und die Offensive ist qualitativ besser als das was sie zeigen. Jetzt hat der Spaß a Loch, wie der Bembers sagt!

Ein völlig limitierter Jäger spielt seit Wochen Mittelmaß während in Petrak draussen sitzt, versteh ich net!

Statistik: Tore 1:1, Torschüsse 14:15, Ballbesitz 50:50%, Zweikampfquote 54.:46%, Laufleistung 117:122km, Ecken 7:3.

RelVoSprung -6

Stuttgart hat in Hamburg eine 6:2-Klatsche bezogen, was allerdings unsere 0:4-Klatsche etwas relativiert. Hannover hat das “Aue-Kunststück” fertig gebracht nach Führung in der Nachspielzeit noch den Ausgleich zu kassieren. Ja und abseits der vermeintlich “grossen” hat sich Bielefeld bis auf Platz 2 geschlichen.

Fans:

Schön dass sich die Ultras immer Mühe geben und solide Party machen. Auf Seiten der Oberpfälzer war gut Publikum mitgekommen – und auch belohnt. Update: Eine sehr coole Aktion der Fans hab ich im Stadion gar nicht mitbekommen! Ein Spruchband mit „Handke – Du weißt ja nicht mal die Aufstellung vom 27.01.1968!“ ist eine gelungene Anspielung auf Nobelpreis-Träger  Peter Handke, dem in seinem Gedicht „Die Aufstellung des 1. FC Nürnberg vom 27. 1. 1968“ ein Fehler unterlief: Hinten links spielte an jenem Tag nicht Horst Leupold, sondern Helmut Hilpert! Sogar der Feuilleton der FAZ geht nun auf das Thema ein! 🙂

Nächstes Heimspiel ist gegen Bielefeld, erwarten wir mal nix…

Ich bin bedient! Wenigstens hab ich Geld gewonnen…

Alles für rot-schwarz


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags:

Ein Mega-Kick der heute den Zuschauern im Stadion und vor der Übertragungsgeräten geliefert wurde. Es ging hin und her, kuriose Momente, knappe Entscheidungen, ein Spiel über das noch lange geredet wird. Leider geht aus solchen legendären Spielen unser Glubb selten als Sieger hervor. Bei uns ist es eher andersrum: Solche Spiele sind der Grund für fränkischen Fatalismus, für “der Glubb is Depp” und dafür, warum viele eine faustgroße Delle in ihrem Wohnzimmertisch haben – so wie ich jetzt auch. Man wird sich bei uns nicht an die tolle Aufholjagd erinnern oder die Moral in Unterzahl. Man wird sich immer an den verschossenen Elfmeter von Michael Frey erinnern und murmeln: “naja, wir sin hald a Depp”.

Der Reihe nach betrachtet: Es war wirklich ein mitreißendes Spiel. Der Glubb hatte in der ersten Hälfte das Heft ganz klar in der Hand, ne gute Möglichkeit durch Hack und hatte Pech mit Lattentreffern. Aue brachte nicht wirklich was zustande, unsere Defensive stand sicher. Mit 0:0 gings in die Kabinen.

Nach der Pause gings in die Vollen! In der 51. Minute erkämpfte Handwerker den Ball und bediente Frey, der den Ball ins kurze Eck stocherte. 1:0! Eine Befreiung beim Jubel für den Schweizer! Wenig später wieder rot-schwarzer Jubel! Doch das 2:0 von Behrens wurde nach Videobeweis nicht gegeben.

Dann aber die Schlüsselszene, die das Spiel kippen ließ: Jäger verliert den Ball, Hochscheidt lässt halb Nürnberg ins Leere rutschen und Sörensen klärt als letzter Mann auf der Linie mit der Hand: Doppelbestrafung! Rot für den bis dahin bärenstarken Dänen und Nazarov verwandelt sicher zum 1:1 (62. Minute). Der FCN nun unter Druck und geschockt. In der 75. plötzlich eine lange Flanke, Margreitter taucht darunter durch und der überragende Hochscheidt schließt ins kurze Eck ab. 1:2 aus Nürnberger Sicht, unfassbar nach ungefähr Null Torschüssen in Halbzeit 1!

Doch der FCN gab nicht auf. Fast im direkten Gegenzug kämpft Frey um jeden Zentimeter vor dem Strafraum und plötzlich kommt Geis zum Schuss, abgefälscht und drin! 2:2! Megajubel! Was jetzt? Auf 3 Punkte gehen oder Beton anrühren? In der 86. ein Pressschlag an der linken Strafraumkante, der Abpraller wird immer länger, geht durch den ganzen 5er und am rechten Pfosten kann Mihojevic den Ball einschieben. 3:2 für Aue! Tollhaus!

In der 90. Minute plötzlich nach einer Flanke Frey am Boden! Per VAR festgestellt: Ein Faustschlag ins Gesicht, gelb für Aue und Elfmeter für Nürnberg. Geis läuft an und wuchtet ihn ins Eck! Ja!! 3:3! Super Männer!

Doch dann gibt es 6 Minuten Nachspielzeit! Das kann nicht gut gehen, denkt mancher Glubberer! Und so ist es: Behrens steht nach einen langen Ball falsch und rutscht dann auch noch aus, die Flanke erreicht in der Mitte Krüger, der einköpft! 4:3 in der 94. Minute! Der FCN schmeißt nun alles nach vorne und bringt Lohkemper! Der umläuft die Auer Hintermannschaft, die promt den Ball verlieren und wird gefoult: Wieder Elfmeter. Doch nun steht nicht der sichere Geis da, sondern Frey möchte Held sein. Er läuft an und Männel pariert (lt. Kicker 90 + 10). Aus. 4:3, verloren, Frey den Tränen nahe.

Fazit:

Tja, sehen wir den Tatsachen ins Auge. Für ganz vorne in der Tabelle sind wir zu schwach und für Abstiegskampf wohl zu stark. Das wird ne Saison im Niemandsland, was man sich sehr entspannt vorstellen möchte. Es wird aber eher eine Saison von Hoffnungen nach gewonnenen Spielen und darauf folgenden Ernüchterungen sein. Denn auf die Rückrunde zu hoffen ging in den letzten Jahrzehnten schon häufig schief.

Ich habe mir während dem Spiel so manches Mal gedacht, dass ich bestimmt Sörensen und Frey nach dem Spiel herausheben werde, weil beide sich heute echt abgehoben haben, von der Truppe. Leider überschattet aber eine Millisekundenentscheidung die Leistung eines jeden. So bleibt also nur Handwerker mit einer für meinen Geschmack tadellosen Leistung, wenn man von zwei verunglückten Schüssen in der ersten Hälfte absieht.

Statistik: Tore 4:3, Torschüsse 9:17, Ballbesitz 57%:43%, Zweikampfquote 53%:47%, Laufleistung 109:105km, Ecken 2:5. Die Laufleistung ist so niedrig, weil Sörensen ab der 62. Minute fehlte. Ansonsten ist die Statistik wie in den letzten Wochen: Wir überlassen dem Gegner das Feld, haben viele Chancen aber zu wenig Treffer – verglichen mit unserem Gegner.

RelVorSprung -5

Das könnte sogar so bleiben, wenn Bielefeld gegen den HSV verliert. Stuttgart darf zuhause gegen Kiel aufspielen, da wird wohl kaum was passieren. Aber natürlich können wir noch kräftig von den Teams hinter uns überholt werden, dass die komische Westvorstadt schon vorbeigezogen ist, nervt mich gewaltig. Update: Bielefeld und HSV spielten 1:1, damit 6 Punkte Rückstand.

Fans:

Tolle Bilder und tolle Stimmung! Bis, ja bis wieder gezündelt wurde. So viel ich gehört habe, war das anlässlich von 9 Jahren BDA eine besonders ausgiebige Pyroshow. Naja, das gibt wieder “besonders ausgiebige” Strafen von DFB und DFL.

Auch wenns schwer fällt heute: Mund abwischen und es in 9 Tagen gegen Regensburg besser machen! Wenns nen Sieg gibt, dann kömma ja wieder ne Woche lang hoffen! 😉

Alles für rot-schwarz


Telekom-Entertain-Programme Bundesliga hier

Tags: