Das Spektakel haben die Clubfrauen verdient, das Ergebnis nicht. Die Frauen des 1.FC Nürnberg feiern einen Tag nach der beschlossenen Integration der Frauenabteilung in den Hauptverein mit über 17.000 Zuschauern ein Rekordspiel gegen den VFL Wolfsburg. Für den geneigten Leser der hier sonst den Herrensport verfolgt, sei so viel gesagt, dass Wolfsburg bei den Frauen das ist, das derzeit Manchester City bei den Herren ist. Und die Glubb-Damen sind wie die Glubb-Herren Zweitligist, also waren die Rollen klar verteilt. Dennoch feierten die Damen in rot-schwarz, als hätten sie die Viertelfinal-Begegnung gewonnen. In mehreren Kategorien haben sie das auch!

Der VFL aus Wolfsburg schlug mit einer Truppe im Max-Morlock-Stadion auf, die nur von Nationalspielerinnen strotzte! Der Zweitligist aus dem Frankenland sollte nicht zu lange aufhalten und bloß keine Spielerinnen verletzen. So blieb die EM-Heldin Alexandra Popp komplett draussen, dennoch befanden sich immer noch genügend Länderspiele auf unserem heiligen Rasen.

Unsere Mädels machten das toll, lieferten großen Kampf, doch jedem war klar, dass sie das Tempo nicht lange durchhalten können würden. Außerdem war Torhüterin Lea Paulick bestens aufgelegt und parierte einige gute Möglichkeiten.

In der 32. Minute wars dann passiert: Ein Kopfball von Roord wurde ins lange Ecke an den Pfosten verlängert, prallte von dort zurück und rollte ganz langsam über die Linie. 0:1. Der Bann war gebrochen, Mist.

Jetzt musste die Glubberinnen kommen, aber zwingend wurde das ganze vor dem Tor nicht. Vielmehr war dadurch hinten mehr Platz für die CL-Damen, die diesen auch nutzten: In der 41. und 44. wurde das Ergebnis auf 0:3 geschraubt, wieder durch Roord und nun auch Pajor.

Nach der Pause der FCN gefälliger und auch mit Möglichkeiten, doch leider waren Schüsse wie auf Flanken zu unplatziert.

In der 75. Nürnberg dann sehr unglücklich. Paulick kommt im 1 gegen 1 gut raus, die Wolfsburgerin verzieht, doch am langen Eck rutscht Anne Führlein in den Zufalls-Querpass und vollstreckt zum 0:4.

Nur 5 Minuten später war es die auffällige Sveindis Jobsdottir, die einen verlängerten Kopfball nach einer Ecke im Strafraum annehmen und flach einwuchten konnte. 0:5.

Den Schlusspunkt setzte Paulina Bremer, die auf links alleine durch war, Paulick spekuliert auf einen Querpass, doch Bremer schießt aufs Tor. 0:6, ja freut Euch.

Dann aber fing die Feier an: Unsere Mädels liefen eine Ehrenrunde, machten Laola mit den Ultras, hüpften zu Lieder der Ultras – kurz, ließen sich zurecht feiern!

Fazit:

Jedem war klar, wie das hier laufen würde. ManCity gegen Duah, Geis und Schindler würde wohl genauso aussehen. Wobei man den Mädels ja noch zugute halten muss, dass sie nicht als Profis trainieren, sondern wie unsereins noch einer normalen Arbeit nachgehen. Dafür war es aber echt großes Kino, im Stadion sehr viele Damen-Fußballmannschaften aus der Region, die vielleicht in ein paar Jahren dann zum 1.FC Nürnberg gehen, was unseren Damen-Sport hier nach vorne bringt. Denn sie haben sehen, was hier in Nürnberg möglich ist!

Lea Paulick war nach dem Spiel am Stadionmikro zu hören und bedankte sich mit einem Stuhlfauthesken “danke an den 1.FC Nürnberg, die Stadt, die Fans, die Bewohner Nürnbergs…” gut, das letzte hab ich wohl nur in meinen Ohren gehabt, aber sobald ich den O-Ton im Netz finde, stelle ich ihn hier ein.

Doch wenig später sagte sie über die Stadionlautsprecher: “Von allen Fans dieser Welt, selbst Greu**** Fü***, sind die Nürnberger die besten!“ Peifkonzert der Fans, einige schimpften gar, weil sie dachten, Paulick hatte Glubberer und Fans von Würg auf eine Stufe gestellt. Hat sie aber nicht. Und dass man die Westvorstadt an so einem Tag besser nicht erwähnt, dürfte sie heute gelernt haben.

Fans:

DAS war das beste! 17.302 Zuschauer im Max-Morlock-Stadion, die Ultras Nürnberg mit einem schön großen Trupp auf Block 14 – machten 90 Minuten Support, aber auch der Rest im Stadion war immer mit aufmunternden Beifall dabei. EIN Tor hätte ich den Mädels hier noch gewünscht, dann wäre Ekstase angesagt gewesen! Rundum gelungen, auch wenn man sagen muss, dass das Stadion nicht auf den Ansturm von so vielen Zuschauerinnen ausgelegt ist. Die Schlangen vor den Toiletten schlimmer als bei Rock im Park! Aber auch die Kioske rechneten wohl nicht mit 17.000 Zuschauern… aber gut, das taten andere auch nicht.

VGN-Odyssee

Denn die VGN wurde wohl völlig davon überrascht, dass so viele Leute zu den Clubfrauen gehen UND gleichzeitig die IceTigers spielen. Denn als Begleitperson (ja, ich musste mich im Stadion mal benehmen) beim Umstieg in Dürenhof nicht mehr in die S-Bahn gekommen. Die nachfolgende verspätete sich und nachdem eine Durchsage mit einer “Baustelle” kam, wichen wir auf den Bus aus. Der erste konnte nur mit Gewalt noch Fahrgäste aufnehmen, also auf den nächsten warten, jeweils 20 Minuten dazwischen, klar. Als der uns Damenmannschaft dann noch aufnehmen konnte, meldete der Bus einen Defekt und blieb in Zabo stehen. Gut 60 Personen daraufhin im Stechschritt, jung, alt, Ultra, Begleitperson den Ring entlang, zum Norisring und dann um 14:24 Uhr endlich am Block.

Bei der Heimreise das gleiche Bild, der S-Bahnhof Frankenstadion überfüllt, Bushaltestellen überlastet, sodass wir wieder einen Fussmasch hinlegten und den Hauptbahnhof und seine Strecken großräumig umfuhren. Was für ein Theater.

Da kann man sehen, was die Sonder-S-Bahnen bei Spielen der Herren bringen. Bei 17.000 Zuschauern und gleichzeitigem Eishockeyspiel wäre das heute angebracht gewesen! Für den defekten Bus kann (wohl) niemand was. Schade, DIE LEGENDE haben die Fussi-Mädels leider verpasst.

Den Mädels vom FCN sei aber gesagt: Macht auf jeden Fall so weiter! Nürnberg ist bereit für 1. Liga, seit heute auch bei den Frauen! Viel Erfolg weiterhin, ich denke Ihr werdet es in Zukunft merken, dass Euer Zuschauerschitt von ca. 100 weiter ansteigen wird!

Und an die Wolfsburg-Frauen: Eines Tages treffen sich die Teams wieder, dann aber in der Liga, und bestimmt mit einem ganz anderen Ergebnis!

Alles für rot-schwarz


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