Wer kann sich noch an die FCN-Dreifaltigkeit erinnern? Pech, Schiedsrichter und Unvermögen?! Pünktlich zum Frankenderby kommt diese Besonderheit wieder zum Vorschein. Somit kann sich jeder über “seines” aufregen und jeder hat Recht. Der 1.Fc Nürnberg verliert das 272. Frankenderby im Ronhof gegen Greuther Fürth mit 2:1 und lässt seine Fans mal wieder ratlos zurück. Denn bei aller “Glubb-Dreifaltigkeit“: Der Sieg der Westvorstadt war absolut verdient. Nürnberg muss jetzt aufpassen, nicht doch noch in der Tabelle “hinten reinzurutschen”!

Dabei hat alles so gut angefangen: Fürth drückte, die Glubb-Abwehr stand und schickte die schnellen Vorderleute zum Kontern. In der 8. Minute fruchtet gleich der erste Versuch: Goller ist auf rechts durch, flankt in die Mitte, wo Sebastian Andersson per Kopf und Aufsetzer die Kugel unter die Latte jagt! TOOOR! 0:1! JAAA! Sein erster Treffer für Nürnberg! Was für ein Torjubel im Gästebereich!

Nun drückte die SpVgg wütend, aber der FCN konterte wieder: Castrop auf Goller, der alleine vor Urbig den Ball am Keeper vorbeilegt, dieser aber leider an den Pfosten klatscht und zurück in Urbigs Arme. Das gibts doch nicht, dieses Pech!

Fast im direkten Gegenzug stört Valentini gegen Hrgota, den Abpraller nimmt der Sieb direkt und schlenzt ihn ins lange Eck. 1:1. Statt einer 2:0-Führung muss man den Ausgleich hinnehmen. Unglücklich, würd ich sagen, aber auch schon Unvermögen dabei, dass der Kerl da so alleine steht.

Nur 3 Minuten später lässt sich Hrgota im Nürnberger Strafraum Robben-mäßig fallen. Zum Glück fällt Schiedsrichter Schröder nicht darauf rein, aber Horn geht auch Hrgota los und sieht dafür die Gelbe. Etwas dumm, wie ich finde.

In der 38. Minute wirds dann ganz dumm: Castrop beim Zurücklaufen, Green kreuzt seinen Weg und Castrop rennt in ihn rein. Das wertet Schröder als taktisches Foul, aber da Castrop schon in der 12. Minute gelb für hartes Einsteigen gesehen hat, gibt es die Ampelkarte für unseren Aggressive Leader. Für mich eine harte Entscheidung des Schiedsrichters, aber halt auch dumm von Castrop. Unterzahl im Derby, ach Leute.

Nach der Pause rannte nur noch Fürth an, auch weil Fielo unseren Ausnahmespieler Uzun in der Kabine gelassen hat und Geis brachte. Klaus im Nürnberger Tor nun immer wieder im Mittelpunkt: Einen Schuß von Hrgota kann er noch parieren, in der 56. Minute schaut er nur noch: Hrgota hat auf Sieb abgelegt, der stramm ins linke Eck traf, 2:1.

Im direkten Gegenzug ein Freistoß für Nürnberg in die Mitte getreten, Andersson kann voll drauflaufen und wuchtet das Ding per Kopf in die Maschen. TOoo…. nee, das war klares Abseits. Schade.

Danach machte der FCN kaum noch was. Hinten “brannte” es ein ums andere Mal “lichterloh”, nach vorne harmlos. Erst in der 88. Minute kam Hungbo und in der 94. dann noch ein schöner Schuss von Okunuki, dann wars aus.

Fazit:

So spielt man ein Derby, habe ich 2011 schon hier gepostet. Die mit dem Unkraut auf der Brust machen das einfach clever. Hrgota schindet, Horn sieht aber Gelb, weil es sich aufregt. Nach Castrops Foul reden drei Fürther auf den Schiedsrichter ein, machen unsere nicht. Die sind immer brav und fallen auf gestellte Fallen rein. Unvermögen halt.

Der Schiedsrichter muss sich aber auch hinterfragen lassen, warum er bei Castrop eine ganz harte Linie fährt, aber bei Greens Tritt gegen Flick nichts macht und auch das harte angehen von Torwart Klaus Anfang der 2. Hälfte nicht ahndet.

Statistik: Tore 2:1, Torschüsse 19:3, Ballbesitz 69:31%, Zweikampfquote 44:56%, Ecken 12:0. Ganz ehrlich, diese Torschussquote (schon wieder) geht gar net! Das ist nicht das Engagement, das ist in einem Derby sehen will. Ich verstehe aber auch Fiel nicht, dass er mit seinen Einwechslungen immer bis zur 88. Minute wartet. Wenn Hungbo in der 80. kommt, kann er vielleicht noch was bewegen.

Aber da ich ja nicht nur meckern will: Jeltzsch hat mir wieder gut gefallen, es war sein Startelfdebüt für Nürnberg und Andersson hat endlich getroffen. Das macht Mut, denn vielleicht ist der berühmte Knoten bei ihm geplatzt. Denn die Art und Weise, wie er den Kopfball beim Abseitstor gemacht hat, war schon super. Dass er nicht zählte ist wie der Pfostentreffer: Pech.

RelVoSprung -11/+8

Wir können aber von Glück sagen, dass die Teams vom Ende der Tabelle verloren haben und wir unsere 8 Punkte Abstand halten.  Genauer gesagt ist das Kaiserslautern, die unser den Titel “Derby-Idioten” durch ein 0:4 zuhause gegen Karlsruhe weggeschnappt haben. Rostock hat in Düsseldorf 2:0 und Schalke 3:0 in Magdeburg verloren. Osnabrück dagegen besiegt Hannover mit 1:0 und auch Braunschweig ist gut drauf und holt ein 1:1 gegen Hertha. Logisch, dass die als nächstes im Max-Morlock-Stadion aufkreuzen.

An der Tabellenspitze weiterhin St. Pauli nach einem 4:3-Big Point beim 2. Holstein Kiel und nun mit 6 Punkten Vorsprung vor den Störchen und 7 Punkten vor Hamburg, die 1:0 gegen Elversberg gewinnen konnten. Baumgart-Debüt geglückt. Die Westvorstadt bleibt schärfster Verfolger, Hannover und Paderborn nur 1 Punkt dahinter.

Fans:

Beeindruckend was beide Fanlager wieder auf die Beine gestellt haben. Die Heimfans mit einer Monopoly-Choreo, in der sogar ein beweglicher Teil – eine Art Bus – Verwendung fand. Dazu das Spruchband “Macht SIE zu Randfiguren und holt Euch den Derbysieg”.

Die Nürnberger mit einer Anti-DFL-Choreo, so wie ich das verstanden habe. Ich meine ein paar Finanzspritzen gesehen zu haben. “Der goldene Schuss vertagt” stand dazu am Zaun. Martin Kind war gut zu erkennen, Hans-Joachim Watzke habe ich mir dagegen sagen lassen müssen, sowie auch Holger Schwiewagner – in der Mitte Axel Hellmann – also alles Leute, die für den Investoreneinstieg waren.

Verwunderlich für mich, dass die Nürnberger keine Pyrotechnik eingesetzt haben, nachdem es in den letzten Jahren fast 90 Minuten durchgebrannt hat. Aber gut, kostets mal keine Strafen, das ist gut!

Also kann man sagen, ebenso wenig wie die Fans ein Feuerwerk abgebrannt haben, so hat auch der FCN am Platz keines abgebrannt.

Aber er hilft nichts, jetzt heißt es mal wieder: Mund abwischen und am nächsten Samstag Eintracht Braunschweig besiegen und so die Schmach von heute etwas vergessen machen!

Alles für rot-schwarz

Danke für die Bilder, Katja und Krolli


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3 Kommentare zu “272. Frankenderby: Fürth – FCN 2:1! Wie wir es kennen!”

  1. Optimist sagt:

    Ich werde es nie verstehen, warum uns die Vorstädter in schöner Regelmäßigkeit zeigen, wie man Derbys spielt – und wir das nie auf die Reihe kriegen! Dieser Mangel an absolutem Willen zieht sich aber auch schon Jahre hin, eines der hervorstechendsten Probleme beim Club – nicht nur im Derby.

    Bei Jeltsch, Andersson und Hungbo sind wir uns einig. Die Auswechslung des “besten” Spielers geht aber für mich in diesem Fall in Ordnung, weil er es am Sonntag zu keiner Zeit gezeigt hat. Ich weiß nicht – war er so zugestellt oder noch angeschlagen? Aber in dieser Form jedenfalls keine Hilfe und nachdem er defensiv bestenfalls übersichtlich agiert, muss man mit Unterzahl dort reagieren, wo der Schuh drückt – und das war eben Uzun.
    Die Idee mit Geis verstehe ich auch: Defensiv kompakter, schöner Diagonalball auf die schnellen Außen, hinter die Kette und dann kann es klappen, wie beim nulleins. Geis kann solche Bälle. Manchmal. War leider auch nicht sein Tag.

  2. @Optimist: Uzun ist der beste Fussballer in unserem Kader und immer für ein Tor gut. Darum hätte ich ihn dringelassen. Aber ja, Trainer musste was versuchen, klappts ist er der Held – so halt der Depp. 😉

  3. Optimist sagt:

    ja, stimmt schon, aber was hätte man anders machen können? Andersson raus oder Goller raus wären die einzigen Alternativen. Aber ohne Außen oder Zielspieler bringen lange Bälle halt auch nix.

    Rückblickend vielleicht Andersson raus und Uzun weiter nach vorne. Aber macht an das mit einem Spieler, der bis dahin nicht stattgefunden hat?

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