Vor Kurzem hat die Zeitung noch Raphael Schäfer zitiert mit “Die Ruhe hat sehr gut getan“, nachdem die panischen Kritiker nach dem 4:0-Erfolg in Berlin erstmal verstummt sind. Mit der scheint es nun mal wieder vorbei zu sein – zumindest wenn man den Reaktionen auf Patrick Rakovskys Kicker-Interview glauben schenken darf. Denn nun wird die vor sich hin schwelende Frage nach der Nr.1 im Tor plötzlich zur brennenden Entscheidungsfrage. Aber der Reihe nach:

In der Donnerstagsausgabe berichtet das kicker-Sportmagazin von einer “ziemlich großen Enttäuschung” für Patrick Rakovsky, wenn nun nach der Länderspielpause wieder der Platz auf der Auswechselbank winken würde. Das ist in erster Linie für einen jungen Fussballer keine Besonderheit, da er schließlich spielen möchte.

Weiterhin wird der 21-Jährige zitiert, das er bei andauerndem Rückfall ins 2. Glied über einen Vereinswechsel nachdenken würde. Auch das ist nichts besonderes. Eher schon sein Vorwurf, dass es wohl nie ein “offenes Rennen” mit Schäfer gegeben hätte, da Raphael “beim 11 gegen 11 von Anfang an fast immer in der ersten Mannschaft” stand und er somit nicht glaube, “dass die Entscheidung wirklich erst kurz vor Saisonbeginn aufgrund der Trainingseindrücke gefallen” wäre.

Jetzt wird es dann schon brenzlig, da hier dem Trainer ungerechtes Handeln vorgeworfen wird. Doch stelle ich mir gerade vor, wie solch ausgefuchste Reporter vor einem frustrierten Spieler sitzen und ihm eventuell unbedachte Äußerungen entlocken. Patrick wäre nicht der erste Fussballer, der durch so etwas Probleme bekommt. Dass er sich so auf die gewünschte Position hievt, bezweifel ich.

Nun könnte man das den jungen Kerl und den Trainer intern regeln lassen, aber nicht so beim Traditionsverein Nürnberg. Die NN springt Ex-Kapitän Schäfer zur Seite und zählt die Fehler des jungen Rakovsky auf und alle reden mit. Das Rakovsky bei seinen gerade mal 10 Einsätzen oft auch z.B. in Dortmund oder auf Schalke einen schweren Stand hatte, wird verschwiegen.

Zeit reif für die Wachablösung?

Raphael Schäfer hat sich ohne Zweifel für den 1.FC Nürnberg verdient gemacht. Allerdings fällt auch er genauso wie Rakovsky zuletzt durch diverse Unsicherheiten auf. Und genau das ist das Problem: Beide Torhüter haben in dieser Saison schon gepatzt – mal mit Gegentor bestraft, mal unbestraft. Schäfers dicker Patzer beim Test gegen Most blieb bloß – und das ist eigenartig – lange Zeit unerwähnt, im Video des Testspiels kann man sich das aber gerne ansehen (hier bei 1:09).

Daher würde ich einfach meine Ansprüche an Feldspieler auf die Torhüter übertragen: Wenn beide das gleiche Niveau haben, dann setze ich auf den jungen Spieler da der noch entwicklungsfähig ist. Außerdem ist seine Spielweise mit schnellen Abwürfen und Mitspielen eh fortschrittlicher! 🙂

Nur denke ich, dass sich Ismael nicht erpressen lassen kann. Wir werden also mal wieder sehen…

Update: Ismael reagiert in der PK richtig gut:

Ab 11:05 – Valérien Ismaël reagiert erst mal mit einem Lächeln auf das heikle Thema, was z.B. bei einem Verbeek oder so wohl nicht so gewesen wäre. Da hätts wohl eher Gemecker gegeben. Dann stellt sich Ismaël hinter die Entscheidung des Trainerteams von vor der Saison, lässt aber Rakovsky nicht abgestraft im Regen stehen. Eher bezeichnet er das Interview als “Entwicklung seiner Persönlichkeit” und gibt dem jungen Torhüter Hausaufgaben mit: “Es gibt Gründe warum er nicht Nr.1 ist und an denen arbeiten wir”!

Gut gefällt mir auch noch der Seitenhieb: “Es gilt auch bei ihm (Rakovsky) wie bei Timo Gebhart: Es ist nicht nur erzählen in der Zeitung, es ist auch auf dem Platz zeigen. Nicht nur ein Spiel, sondern regelmäßig”. Zum Schluß bestätigt er auch noch, das wohl die Herren Sportjournalisten nicht alles so wiedergegeben haben, wie es der junge Kerl wohl gesagt hat. Also finde ich wird eine recht runde Sache aus der Angelegenheit.

Etz müssma heut “nur” noch gewinnen! 🙂


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4 Kommentare zu “Plappert sich Patrick Rakovsky ins Tor oder auf die Bank?”

  1. Glubberer 68 sagt:

    Ein Torwartwechsel sollte aktuell kein Thema sein. Für die junge Truppe braucht es auch Erfahrene und da zählt nicht nur Schäfers Leistung auf dem Platz! Rakovsky hat auch in Berlin Bälle brutal unterlaufen, was man ja eigentlich Schäfer nachsagt…Schäfer ist einer der wenigen Leader im Team und somit wichtiger Teil des Neuaufbaus!!!

  2. Muffi 8 sagt:

    Das sehe ich auch so. Und wirklich aufgedrängt hat sich Rakovsky bisher nicht.

  3. Ah, danke Muffi, wollt noch was ergänzen….

  4. Habs auch in den Beitrag reingeschrieben:
    Ab 11:05 – Valérien Ismaël reagiert erst mal mit einem Lächeln auf das heikle Thema, was z.B. bei einem Verbeek oder so wohl nicht so gewesen wäre. Da hätts wohl eher Gemecker gegeben. Dann stellt sich Ismaël hinter die Entscheidung des Trainerteams von vor der Saison, lässt aber Rakovsky nicht abgestraft im Regen stehen. Eher bezeichnet er das Interview als “Entwicklung seiner Persönlichkeit” und gibt dem jungen Torhüter Hausaufgaben mit: “Es gibt Gründe warum er nicht Nr.1 ist und an denen arbeiten wir”!

    Gut gefällt mir auch noch der Seitenhieb: “Es gilt auch bei ihm (Rakovsky) wie bei Timo Gebhart: Es ist nicht nur erzählen in der Zeitung, es ist auch auf dem Platz zeigen. Nicht nur ein Spiel, sondern regelmäßig”. Zum Schluß bestätigt er auch noch, das wohl die Herren Sportjournalisten nicht alles so wiedergegeben haben, wie es der junge Kerl wohl gesagt hat. Also finde ich wird eine recht runde Sache aus der Angelegenheit.

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