Jahreshaupt-versammlung beim 1. FC Nürnberg! Es geht wieder rund, ein Wechselbad zwischen schlechten Nachrichten um unseren Glubb, Fremdschämen über das Benehmen einiger Mitglieder und Applaudieren der vielen spaßigen Situationen. Bei allem darf aber die Ernsthaftigkeit dieser Veranstaltung nicht leiden. Darum nun überwiegend zu den Fakten:

Nach den langwierigen Prozessen durch Begrüßung und Erklärungen der vereinspezifischen Vorgängen kommt es zu den langersehnten Berichten der Hoffnungsträger. Michael Meeske darf vor Andreas Bornemann ans Mikrophon, so haben sich die beiden abgesprochen.

Meeske ist ein sehr sympathischer und guter Redner, die leidgeprüften Mitglieder hängen an seinen Lippen. Die große Chance des Neuanfangs scheint von ihm durchgezogen zu werden: Die Zahlen kommen gnadenlos auf den Tisch!

Der Fehlbetrag des Eigenkapitals ist von 1,2 Mio auf 3,2 Mio gestiegen, genauer sei das ein Jahresfehlbetrag von 2,056 Mio, berichtet Meeske. Das Ergebnis nach Gewin und Verlust beträgt -2,1 Mio!

Meeske präsentierte dann ein erstaunliches Detail: Von 14,3 Mio Transfereinnahmen gingen 5,1 Mio direkt in den „Transferaufwand“, was wohl bedeutet für Berater, Nachzahlungen, Klauseln und vielleicht sogar Handgelder? Florian von CU hatte es sogar genauer: „Die PPT schlüsselt’s auf: Berater sind ca. 3 Mio. Euro“.

Aber Meeske macht Mut für den Neuanfang und fordert einen „Richtungswechsel“ – so kann mans auch nennen! 🙂

Dann trat Andreas Bornemann ans Rednerpult und zeigte sich deutlich ruhiger. Kein Wunder, ist er auch erst „seit 17 Tagen im Verein“, wie er anmerkte. Darum erklärte auch er grundsätzliches: Er steht für Konstanz! Der Glubb aber weist seit 2014 folgende Bilanz: 36 Spieler haben den FCN verlassen, 34 sind gekommen, während man 6 Mal den Trainer getauscht hat (Roger Prinzen dazugerechnet). Bornemann meinte dazu nur sinngemäß: Kein Wunder, dass wir da stehen wo wir stehen.

Bornemann setzt auf Kontinuität auf der Trainerposition und im Kader sowie auf den Nachwuchs. Es müsste immer erst im Unterbau nachgeschaut werden, ob was geeignetes dabei ist, so Bornemann.

Dann der Bericht des Aufsichtsrats durch Dr. Thomas Grethlein. Um es kurz zu machen: Der Aufsichtsrat empfiehlt die Entlastung von Bader / Woy / Hamm! Was natürlich für Entrüstung sorgte. Doch im Zuge der Diskussion kam dann mehr oder weniger heraus, dass der Aufsichtsrat aus juristischen Gründen diese Entlastung angeraten hatte. Da eine Abstimmung für jeden Vorstand einzeln keinen Mehrheit bekam, wurde über en bloc abgestimmt:

Die Mitglieder verweigern Bader und Woy die Entlastung! Hamm, bin ich mir sicher, wäre bei einzelner Bewertung entlastet worden!

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Dr. Mario Hamm!

Weitaus „harmonischer“ dann bei der Entlastung des Aufsichsrats: Bei nur 105 Gegenstimmen wird der Aufsichtsrat entlastet!

Was ich mir noch bei der Aussprache notiert habe: Grethlein ließ dann auch noch wissen: „Bei der Verabschiedung von Javier Pinola hätte man anders verfahren müssen“! Ein Mitglied hatte gefragt und der Aufsichtsratsvorsitzende pflichtete ihm bei.

Wieder gab es einen Antrag Brief- bzw. Onlinewahl einzuführen. Wieder gab es die gleichen Argumente wie im letzten Jahr: In der Satzung müsste weitaus mehr geändert werden, sollte der Antrag durchkommen. Ein Pirat gab auch noch zum besten, dass „es einfach nicht funktioniert“, usw. Der A Antrag auf Brief-Wahl bzw. Online-Wahl wird abgelehnt: 106 dafür, 1.032 dagegen! Das höchste Gremium im e.V. bleibt unverändert.

Wahl zum Aufsichtsrat

Bei den Aussprachen vor den Wahlen ging es bisweilen recht amüsant zu. Eines habe ich mir notiert: Aufsichtsrat Ralf Peisl wurde angesichts 120.000 Euro Strafzahlungen für Fanausschreitungen und seiner anwaltlichen Tätigkeit bei der rot-schwarzen-Hilfe fragen lassen, ob er hier nicht die „falsche Seite“ vertreten würde: „Das is wie wenn ein Brauereibesitzer ein Ehrenamt bei den anonymen Alkoholikern hat“ meinte das Mitglied. Peisl antwortete ebenso mit einem Beispiel, da er nur engagiert wird, wenn Leute unschuldig Strafen bekommen: „Sollte wohl ein Chirurg auch keine verletzten Chaoten zusammenflicken?„. Gut erklärt! 🙂

Die Wahl war dann für mich durchaus eine Überraschung! Denn Maly wurde ständig angegriffen, weil er oft die Sitzungen sausen lassen muss. Ebenso wurde Schamel angegriffen, Günther Koch sowieso, dessen 3-Minuten-Rede für meinen Geschmack zu pathetisch war. Ergebnis:

789 Stimmen für Dr. Ulrich Maly, 673 Stimmen für Hanns-Thomas Schamel und 552 Stimmen für Christian Ehrenberg. Günther Koch wurde im nächsten Wahlgang dann als Ersatzmitglied mit 393 Stimmen wieder in den Aufsichtsrat gewählt, allerdings nur für 2 Jahre da er nachrückt.

Anmerkung noch zu Mark Oechler: Der Ex-Profi versuchte es erneut und hielt auch eine gute Rede – bis ungefähr zur Hälfte. Dann wurde es wirr und er überzog gewaltig seine Redezeit, sodass es doch wieder Pfiffe gab.

Nun traten die meisten Mitglieder endgültig den Heimweg an, was wohl auch mit dem Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft im Zusammenhang stehen könnte.

Denn es gab noch sehr wichtige Abstimmungen wegen Satzungsänderungen. So fand der Antrag auf Grundschulderhöhung beim Vereinsgelände breite Zustimmung: 92% der Mitglieder stimmten zu (448 dafür, 38 dagegen), obwohl im Vorfeld einige Mitglieder mehr wussten, oder?!


Meeske wird sich den Namen wohl auch merken! 😉 Um 23:36 Uhr beschließt Dr. Grethlein die Versammlung!


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4 Kommentare zu “JHV beim FCN: Keine Entlastung für Bader und Woy! Meeske läutet Richtungswechsel ein!”

  1. shultzie sagt:

    Nach den kritischen Fragen an die Kandidaten zur Aufsichtsratswahl kann man sagen, dass das Ergebnis doch etwas überrascht. Aber andererseits: man kann Koch nun mögen oder nicht, man kann Maly vorwerfen, dass er oft absent ist oder nicht, aber es gab ja nun nicht wirklich eine Alternative, oder? 😉 Wenn ich da an Lechner denke, der da Fass Nik Stark nochmals aufgemacht hat…

  2. Völlig richtig! Die Leute wollen einfach nen Vertreter der Stadt beim FCN sitzen haben und er ist ein sympathischer Kerl, darum sitzt Maly wieder drin!
    Und die unbekannten hatten keine wirklichen Argumente. Einer hat sogar das Max-Morlock-Stadion ausgepackt! 😉

  3. fahnenmeier sagt:

    Wobei ich mir im Nachhinein wirklich Gedanken mache ob der Entlastung des Aufsichtsrates.
    Denn eigentlich haben diese Herren (bis auf ein paar Ausnahmen) in den letzten Jahren genauso Bader/Woy gestützt und zu dem Schlamassel verholfen. Da fehlte schlicht der Weitblick.

  4. Gut, da kann ich etz keinen Stein werfen, denn dafür hat man Fachleute, auf deren Rat man sich verlassen muss. So wie jetzt auf Meeske und Bornemann. Ob in ein paar Jahren jemand sagt, das hättet Ihr den Herren niemals durchgehen lassen dürfen, wissen wir heute nicht!

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