20140302-173053.jpgSollte jemand Angst gehabt haben, dass die Bäume in Nürnberg in den Himmel wachsen, konnte sehen, das wir von den grossen noch sehr weit weg sind. Der BVB holte uns wieder auf den Boden der Tatsachen, da nach dem Braunschweig-Sieg einige schon Europapokal sangen! Aber grosse Aufreger war die „verhinderte Stimmung“ im Gästeblock, da wegen Auseinandersetzungen mit der Polizei und der Ordnern 21 Ultras in Gewahrsam genommen wurden und darum ca. 200 von ihnen aus Protest auf Anfeuern ihres FCN verzichteten. Ob das den BVB hart getroffen hat, wage ich zu bezweifeln – eher das Gegengeil, aber dazu später mehr.

Zum Spiel hatte Verbeek gleich eine Überraschung parat: Pekhart in der Startelf. Der BVB unterschätzte den FCN nicht und machte sofort Druck. Pinola wurde nach seinem 4. Fehlpass in 36. Minute ausgewechselt und durch Pogatetz ersetzt. Oh nein, nicht schon wieder ein verärgerter Spieler, aber der Argentinier zeigte sich wenig später auf Twitter einsichtig!: „Richtige Entscheidung. Nur eine schlechte Tag“!

20140302-193221.jpgPoga machte es aber auch nicht besonders besser und dazu zeigte sich Schiri Dingert als wunderbarer „Heimschiedsrichter“. Höhepunkt war die Situation im Bild rechts, als Angha einen Ball wegspitzelte, Schäfer diesen am 5er aufnahm und „Heimi“ auf Freistoss wegen Rückpass entschied. Zum Glück entstand aus dieser Situation kein Tor, sonst hätte man von einem „verpfiffenen Spiel“ sprechen können.

So aber steht einfach die höhere Qualität bei Dortmund, die den Unterschied machte. Denn kurz vor der Pause konnte der starke Drmic einen Pass abfangen, leitete schnell auf Pekhart weiter, der den heraus geeilten Weidenfeller zu überlupfen versuchte, doch der Ball klatschte an den Pfosten: Alutreffer Nr. 19 lt. Sportschau.

Panorama Signal-Iduna-Stadion Dortmund

Nach der Pause war es aber nur Frage der Zeit, bis die schwarz-gelben die Umklammerung in ein Ergebnis verwandelten. Ausgerechnet der wiedergenesene Hummels staubte einen Lewandowski-Kopfball zum 1:0 unter die Latte. Eine Abseitsposition hatte „Heimi“ nicht gesehen. Nun musste der Glubb aufmachen und schaffte somit Kontergelegenheiten für Dortmund. „Neu-Bayernsau“ Lewandowski (kann er sich schon mal dran gewöhnen) und Mkhitaryan stellten das für meinen Geschmack etwas zu deutliche 3:0 sicher – zumal Schäfer heute wieder sehr stark war. Beim Glubb hatten einzig Hlousek mit einem Schuss und Frantz völlig frei mit einem Kopfball noch Gelegenheit zur Ergebniskosmetik. Das wars. Schluss.

Fazit:

20140302-220255.jpgVerbeek hätte eigentlich alles richtig gemacht, hätte Pekhart das Ding versenkt. Denn dann hätte man vielleicht die müden Eurofighter vom Borsigplatz auskontern können. Aber könnte, hätte und wenn sind selten Partner für einen Sieg.

Personell wars heute durchwachsen, aber klar, wir haben auch verloren. Denn dann fällt einfach ins Gewicht, dass Hlousek zu schwach ist, Kiyo jeden zweiten Ball verliert und Pekhart zu langsam ist.

Stark waren heute Frantz und Campaña, Angha wird immer besser und sicherer, und der bereits erwähnte Schäfer und der von 3 Dortmundern (!) gedeckte Drmic empfand ich als bärenstark! Apropos: Niklas Stark spielte heute erstmals wieder. Willkommen zurück!

RelVoSprung 4 Punkte

Wie gegen Braunschweig angekündigt, ist eine Niederlage in Dortmund kein Beinbruch! Hier hat sich nix geändert, denn der HSV verlor und Brauners holte gegen Gladbach „nur“ ein Unentschieden. Dagegen punkteten Frankfurt und Bremen dreifach und konnten somit wieder an uns vorbeiziehen. Nun herrscht aber die besondere Situation, dass von Platz 15 bis 17 alle 19 Punkte haben: Stuttgart, Hamburg und Freiburg. Alles unsere Gegner in den nächsten Wochen! Das wird noch ein heisser Tanz!

Fans:

20140302-220717.jpgWomit wir beim heissen Teil des Spiels wären: Schon auf dem Hinweg wurde über die neuen Medien berichtet, dass es wohl Ausschreitungen zwischen Ultras und Polizei gegeben hätte und darum das Eintreten ins Stadion sehr erschwert würde. Dem war auch so, die behelmten Streitkräfte bildeten einen Damm damit die Einlässe nicht von der Seite frequentiert werden könnten, darum war aber das Chaos vor dem Damm umso grösser. 30 Minuten um reinzukommen? Und ich dachte die sind dort Menschenmassen gewohnt? Drinnen dann aber schon die ersten Berichte, aus denen alle ich eine verständliche Version basteln möchte.

Der BVB und die Polizei hatten diesmal nichts ausser Zaunfahnen, Megaphon und Trommeln erlaubt, da beim letzten Mal unter einer grossen Block-Fahne gezündelt wurde. Einige Personen versuchten dieses Verbot zu umgehen und reichten (Fahnen-) Stangen durch den Zaun beim Eingang. Die über-, übermotivierten Einsatzkräfte werteten dies als Schmuggelversuch und Beschlagnahmten alle Materialien der Ultras. Bei Auseinandersetzungen wurden 21 Glubberer in Polizeigewahrsam genommen. Lt. NN hätten sich dann 200 bis 300 Ultras Solidarisch erklärt und das Stadion nicht betreten. So der Ablauf, genau werden es wohl nur die Beteiligten wissen.

Die Folgen waren aber für jeden zu merken: Totenstille am Block! Und das bei über 4.000 mitgereisten Fans! Es war so schlimm, dass die Spieler mit den Armen ruderten und so Unterstützung einforderten, und die Fans sich beschwerten „do hätt ich a vorm Fernsehen hocken bleim könna“! Ein anderer meinte „da sieht man wieder, dass es den Ultras nicht um die Mannschaft geht“. Die UN hat sich an diesem Tag nicht unbedingt neue Freude machen können – so ist das eben, wenn man sich unentbehrlich macht.

Ob das nun gerechtfertigt war, dass die Einsatzkräfte so reagiert haben und ob es die ehrenhafte Pflicht eines Ultra war, sich solidarisch zu zeigen, möchten bitte andere entscheiden. Tatsache ist aber, dass die Mannschaft im Stich gelassen und nicht in gewohnter Manier lautstark unterstützt wurde. Ob die Spieler einen Stimmungsboykott vermuteten und darum so verunsichert agierten, vermag ich nicht zu sagen.

Vielmehr behaupte ich aber, dass so ein Eingreifen Kalkül war! Denn nicht nur Klopp schwärmte in Vorfeld von Verbeeks Nürnbergern und dem geilen Anhang um das „Ich bereue diese Liebe nicht„! Es musste jedem klar sein, dass da was gewaltiges auftauchen wird: Eine Überraschungsmannschaft mit 4.000 entfesselten, auf die Überraschung hoffenden Auswärtsfans im Rücken. Möglich ist da alles!

Warum dann nicht die anerkannte Fanszene provozieren, damit sie sich selbst dezimiert? Von vielen (auch durchaus geschätzten, weil bekannten) Seiten wurde mir bestätigt, dass Ordner und Polizei sehr provokant, ja beleidigend die Fans angingen. Der Tränengas-Sprüher sass auch wieder recht locker, konnte ich sehen. Und dass die Ultras bei Materialverbot auf Support verzichten, war in Frankfurt schon zu sehen.

Und meiner Meinung nach, haben das die Einsatzkräfte in Lissabon auch schon geschafft – da warens übrigens auch über 4.000 Clubfans!

Also würde ich vorschlagen in Zukunft einen Plan B zu haben, damit wir Nürnberger uns nicht wieder die Stimmung klauen lassen können! Vor allem, wenns wieder über 4.000 Auswärtsfans werden. Und die Dortmunder Polizei übertreibt ja jedes Mal (siehe Bild). Beim nächsten Mal wissmers!

Denn wie heisst der Klassiker bei den Laffer Bimbelas? Du darfst Dich nicht provokazieren lassen! 🙂

Denn nur gemeinsam, alle Glubberer mit der Mannschaft, schaffen wir das „Unmögliche“, das aber schon zum Greifen nah ist: Der Klassenerhalt nach einer Hinrunde ohne einen einzigen Sieg! Auf gehts!

Alles für den Glubb

PS: Das schwachsinnige Plakat der Dortmunder „Ey Nürnberg: kein Geld für Kokain? Oder warum den Billigen Dreck Aus Tschechien ziehen?“ bezog sich wohl nicht auf unsere tschechischen Spieler, sondern auf Insider-Wissen über die Banda Di Amici.


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11 Kommentare zu “Dortmund – Glubb 3:0! Stimmungsbremse mit Kalkül?”

  1. Rob sagt:

    Der Dortmunder Polizei und dem BVB Vorsatz zu unterstellen ist nicht dein Ernst oder? Sorry aber für mich ist das nur ein Versuch die Eigeninteressen der Ultras schön zu reden!
    Wo war denn das Problem? Das letzte mal hieß es „wird gezündelt ist alles verboten“. Somit war UN selbst schuld am Verbot jeglicher Utensilien. Dann so einen Aufstand zu machen, versuchen Sachen reinzuschmuggeln und mit Gewalt vorm Block agieren? Das die Dortmunder Polizei nicht gerade als zimperlich gilt sollte bekannt sein.
    Der BVB hat nunmal das Hausrecht und darf bestimmen was erlaubt ist und was eben nicht! Wenn einer zu mir nach Hause kommt bitte ich die Leute auch die Schuhe vor der Tür auszuziehen. Da stürmt auch keiner mit seiner Schuhen in die Wohnung weil er meint das ist sein gutes Recht…
    Anstatt sich einfach mal zu fügen und so ein Verbot zu akzeptieren wird lieber wegen Eigeninteressen die Mannschaft im Stich gelassen. Wer braucht den unbedingt die Fahnen und was weiß ich? Dann mach mer halt anders Stimmung…

  2. @ Rob: Ähm, dann konnte ich wohl überhaupt nicht rüberbringen, was ich gemeint hab, sorry. Denn völlig klar, Hausrecht, Ordnungsgewalt, usw. liegt alles beim BVB. Wenn die vorschreiben, keine Fankleidung und das durchsetzen, dann befolgt man das oder bleibt draussen. Und den Ultras muss es ja schon öfter mal passiert sein, dass sie gewisse Materialien verboten bekamen, also keine völlig neue Situation. Ich geb Dir da also völlig Recht.
    ABER ich war in Dortmund und hab die aggressive Stimmung, die von den Ordnungskräften ausging auch miterlebt. Und da hatte ich den Eindruck, dass da durchaus auch „gestichelt“ wurde und die Ultras schön reingetapst sind. Leidtragende waren die anderen Clubfans und die Mannschaft!

    Daher rührt auch mein Vorschlag des Plan B, denn 4.000 Fans für nix und wieder nix, darf nicht passieren!

    PS: Im Übrigen hab ich hier im Blog schon öfter angemahnt, dass sich die Ultras durch Missbrauch der Utensilien sich über kurz oder lang dieser berauben! Eine Blockfahne unter der gezündelt wird, dann wird diese halt verboten!? Fangen Sie nun an, in den Trommeln Rauchtöpfe oder so zu zünden, dann werden halt diese verboten. Völlig klare Vorgänge.

    Isses nun verständlicher? 🙂

  3. fahnenmeier sagt:

    Nachdem ich nun auch gelesen hatte, was überhaupt für Dortmund zugelassen war, nämlich außer Zaunfahnen nix, dann ist man doch selber schuld. Da letztes Jahr gezündelt worden ist, wurde schließlich alles dieses Jahr untersagt.
    Dann braucht man sich auch nicht wundern wenn die Ordner sehr genau hinschauen. Und selbst ich, als „Normalo-Fan“, weiß das in Dortmund die Polizei und Ordner immer den Puls über Ihrem Limit haben …
    Mal abgesehen davon, war das Spiel unserer Jungs unter aller Kanone, gewissermaßen „Angsthasenfussball“. Ohne Ginzcek und Chandler lahmt das Spiel gewaltig.

  4. Claus sagt:

    Bei Clubspielen ist die Dortmunder Ordnungsmacht natürlich immer auf 180, weil jeder weiß, dass da auch einige Schalkefans dabei sind.
    Nichtsdestotrotz ist es natürlich schon ein Armutszeugnis, wenn ohne die Ultras gar kein Support mehr kommt. Ich dachte, bei Heimspielen wie zuletzt gegen Braunschweig werden sie schon vom Rest des Stadions teilweise „überstimmt“?

  5. Also ich für meinen Teil hab oft mich an Gesängen beteiligt, aber das hat sich nicht fortgepflanzt. So ungefähr, als müsste man sich an den „Boykott“ bzw. die Solidarität halten. Darum hab ich ja geschrieben, dass die Frage nach „Ehrenpflicht“ usw. andere entscheiden müssen.
    Aber eigenartig war, dass die Hymne in der 60. Minute trotzdem gesungen wurde…

  6. Claus sagt:

    @Bomber: Hast Du das gelesen?
    rot-schwarze-hilfe.de

    Das klingt heftig, aber war wohl schon vorbei, als Du am Stadion angekommen bist.

  7. Ja zum Glück war das schon vorbei, denn sonst wäre ich da vielleicht auch reingeraten.

    Allerdings ist etz wieder diese Sache: Wem soll man glauben? Die Presse wird angegriffen, weil sie nur eine Seite zitieren. Ich habe mit verschiedenen Fans geredet, die haben mir vom Schmuggelversuch erzählt. Wäre ich nun von der Presse, wem glaube ich also? Oder wen befrage ich?
    Eigentlich sollte die UN sich einen Pressesprecher anschaffen, der ebenso wie Polizei und Vereine gleich nach dem Spiel eine Presseerklärung rausgibt. Dann hat der Redakteur die Möglichkeit beide zu zitieren!

  8. Claus sagt:

    Au ja, am beisten gleich die beiden Ultras-Pressesprecher nach dem Spiel neben die Trainer. 😉
    Laut der RSH gab es auch noch Drangsalierungen am Einlass, nachdem die „Schmuggler“ schon zur Wache gebracht waren, und während des Spiels. Dir ist offensichtlich nichts dergleichen aufgefallen, sonst hättest Du wohl darüber berichtet.

  9. @ Claus: Völlig richtig, außerdem hab ich ein paar Leute gezielt befragt, die eher als ich am Eingang waren und so hab ichs niedergeschrieben.

    Ich denke mal wieder, dass die Wahrheit in der Mitte liegt: Klar sind die Ordnungskräfte dort sehr provokant und wohl auch rücksichtslos (genauso wie in München), aber da kommen eben auch nicht nur Engel durch den Eingang in so ein Stadion. Ich möchte da kein Richter sein! 😉

  10. Rob sagt:

    Mensch ich hab schon viel zu lang nicht mehr hier rein geschaut…
    Ja jetzt ist es verständlicher, konnt das halt nicht so stehen lassen. Bin mittlerweile wirklich kein Fan mehr der Ultras mehr und wohl ein bisschen empfindlich 😉

  11. Jetzt haben die Ultras aber wieder eine geile Aktion beim Training geplant! Friedlich, FÜR das Team! Das is geil (siehe glaubst dassd schneller…)

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