Der 1.FC Nürnberg hat sich mal wieder selbst einen Skandal gebastelt, der letztendlich neben einem Nachgeschmack und einem Kratzer im Image auch Fragen offen lässt. Für uns Fans stellt sich mal wieder die Frage, warum beim Ruhmreichen FCN auch nach Wechsel des Personals, immer wieder die gleichen dummen Fehler gemacht werden. Aber den neuesten Skandal der Reihe nach:

Der Glubb wollte in diesem Jahr “neue Impulse” im NLZ (Nachwuchsleistungszentrum) und hat die Verträge der bisherigen Trainer Fabian Adelmann (U19) und Peter Gaydarov (U17) nicht verlängert. Als Nachfolger wurden für die U19 Andi Wolf (Pokalsieger 2007) und für die U17 ein gewisser Maximilian Knauer verkündet.

Letzterer kam vom FC Bayern und hat dort für Aufregung gesorgt: Bis Oktober 2020 als Jugendtrainer in der Akademie war er im Zuge eines Rassismus-Skandals entlassen worden. In einer internen WhatsApp-Gruppe hat er “wiederholt tief verwurzelten Rassismus zur Schau gestellt” und das sowohl gegenüber anderen Gruppenmitgliedern, als auch Spielern. Da ich diese Begriffe hier nicht wiedergeben möchte, verweise ich bei näherem Interesse auf den 11Freunde-Bericht von Rolf Heßbrügge vom 11.8.2020

Laut Clubfans-United hat die Nürnberger Presse schon vor dem Heidenheim-Spiel beim 1.FC Nürnberg um Stellungnahmen zu dieser Personalie gebeten, woraufhin sich der 1.FC Nürnberg “Bedenkzeit” wünschte, die dem Verein auch eingeräumt wurde. Offenbar verstrichen 5 Tage ehe die BILD in einem Bezahlbericht (BILD+) auf diese brisante Situation verwies, ehe Fadi Keblawi für die NN fragte “Hat der 1. FC Nürnberg ein Rassismusproblem?“.

Nun war Feuer unterm Dach! Das Thema kochte in den Sozialen Netzen hoch und nach einigen Offenen Briefen erklärten mehrere Mitglieder sogar ihren Austritt aus dem Verein. Am heutigen Sonntag dann eine Stellungnahme des 1.FC Nürnberg, dass man von der Verpflichtung Maximilian Knauers Abstand nimmt.

Wertvolle Zeit verstreichen lassen

Mit dieser Nummer hat der Glubb viel Schaden angerichtet und sich selbst letztendlich nur noch durch die Nichtverpflichtung retten können. Offenbar hat der Verein durch Dieter Hecking einzig verkünden lassen, dass es “ein unbedachtes Fehlverhalten von Max” gewesen wäre, was bei weitem nicht ausreicht.

Ein Verein der in seinem Leitbild zurecht festgeschrieben hat, dass “jede Art von Diskriminierung abgelehnt und unterlassen wird. Jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht, Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sozialer Stellung, Behinderung oder sexueller Identität respektiert wird” darf so einen Personalentscheidung nicht treffen. Die einzige Möglichkeit wäre hier eine Art “Resozialisierung”, quasi eine “zweite Chance” gewesen, wie sie Dieter Hecking bei der Stellungnahme formulierte:

„Auch mit diesem Wissen wollten wir einem jungen Menschen, der einen Fehler gemacht und eingestanden hat, eine Chance gewähren. Dies gehört ebenfalls zu unserem Wertekanon“, sagt Dieter Hecking, Vorstand Sport.

Hätte man das gleich so kommuniziert und gleichzeitig der neue Mann ehrliche Reue gezeigt, hätte man die Verpflichtung nachvollziehen können. So wirkt es leider so, als habe man sich Maximilian Knauer anbieten lassen und nicht weiter nachgeforscht – und wäre letztendlich mit der Rassismus-Debatte überfordert gewesen.

Auf der anderen Seite muss man schon fragen, wie sich Katharina Fritsch fühlen muss, die seit Jahren viel Engagement beim FCN in soziale und Anti-Rassismus Projekte steckt, wofür der 1.FC Nürnberg auch viel dafür gelobt wird (CSR).

Auch frage ich mich, wie die tägliche Arbeit mit einem solchen Trainer aussehen hätte sollen. Denn jede Auswechslung, jede Nichtberücksichtigung eines Spielers, der nicht gerade “blond und blauäugig” ist, hätte eine Rassismus-Diskussion heraufbeschworen und der Leistungsgedanke wäre in den Hintergrund gerutscht. Auch das zählt für mich zum “Schutz der eigenen Mitarbeiter” (CSR).

Fazit:

So muss man sagen: Gut, dass der Glubb hier noch mal mit einem blauen Auge davonkommt und uns dieser Trainer erspart bleibt. Leider hat das Bild des Dieter Hecking ganz schön gelitten, denn beim HSV in der Jatta-Angelegenheit fand er ja auch schnell deutliche Worte gegen Rassismus – wobei ich immer noch sage, dass dieser Einspruch des FCN sachlich war und nichts mit Rassismus zu tun hatte, sondern mit Spielberechtigung, aber das gehört nicht hierher.

Das wirklich schöne an dieser Angelegenheit ist aber, dass wir Fans und Mitglieder doch was bewegen können. Der wiederholte Einspruch in den Medien und die Zuschriften an den Verein hat noch mal Schwung in die Sache gebracht.

Auf bessere Zeiten beim Glubb!

Zuletzt ein paar Berichte und Standpunkte, vor allem den von Flo Zenger von CU möchte ich Euch an Herz legen: 


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